Mi, 17. Oktober 2018

Hände gebrochen

12.03.2012 08:38

OÖ: Snowboarder überlebt 50-Meter-Absturz in Doline

Das grenzt wahrhaftig an ein Wunder: Ein Snowboarder (31) war am Samstag am Krippenstein in Oberösterreich vor den Augen seiner sechs Begleiter bei einer Variantenabfahrt 50 Meter tief in eine Doline gestürzt - und überlebte diesen Unfall. Er schlug zwar vier Mal auf, landete dann aber auf einem Schneekegel und brach sich "nur" beide Hände. Bergretter bargen den Schwerverletzten schließlich aus der Doline.

Der dramatische Unfall ereignete sich gegen 15.05 Uhr, der Snowboarder Joachim Wallner (Bild) flitzte zu diesem Zeitpunkt gerade mit seinem Bruder und fünf Freunden die Variantenabfahrt über die Sonnbergalm hinunter. Dabei sah er eine Doline (weiteres Bild) zu spät und stürzte vor den Augen seiner Begleitung in den schneebedeckten Felsenkrater – unglaubliche 50 Meter tief! "Ich habe das Loch zwar gesehen, aber nicht mehr bremsen können. Zum Glück bin ich unten im Schnee gelandet", so Wallner.

Begleiter: "Sein Helm war völlig zerstört"
"Ich habe geschaut, ob ich Verletzungen habe. Dann habe ich meinen Helm abgenommen und mein Snowboard abgeschnallt. Da haben mir meine Hände wehgetan", erzählte der 31-jährige Snowboarder.

"Er ist vier Mal aufgeschlagen. Sein Helm war völlig zerstört, auch sein Snowboard war nur noch Schrott. Zum Glück hat unten ein Schneekegel den Sturz abgefedert. Trotzdem hat sich der Sportler beide Hände gebrochen", so Christoph Preimesberger von der Hallstätter Bergrettung.

Er hatte mit seinen Kameraden nur zwei Stunden vor dem Unfall genau dieses Szenario geübt. Preimesberger: "Wir sind gerade wieder unten im Tal angekommen gewesen, als wir die Alarmierung bekommen haben. Zuerst hab' ich an einen verfrühten Aprilscherz geglaubt..."

Per Rettungshubschrauber ins Spital geflogen
Die Bergretter aus Hallstatt und zehn Kameraden aus Obertraun befestigten nach dem Eintreffen am Unglücksort eine Verankerung im Schnee und ließen schließlich einen Retter in die Doline hinab. Dann wurde der Schwerverletzte mit einem Bergedreieck an einem Mannschaftsflaschenzug nach oben befördert. Von dort wurde Wallner mit einem Rettungshubschrauber ebenfalls mit dem Seil geborgen und ins Krankenhaus nach Schladming geflogen.

"Das war sehr leichtsinnig", kritisierte Alfred Höll von der Bergrettung Obertraun die Abfahrt der Variantenfahrer. "Die Doline ist mit einer Warnstange gesichert, weil dort 2009 ein Niederösterreicher verunglückt war."

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