Derzeit werden die Lehrer für AHS und berufsbildende mittlere und höhere Schulen (BMHS) an den Unis, Pflichtschullehrer (Volks-, Haupt, Sonder- und polytechnische Schule) hingegen an den PH ausgebildet. Den PH wird dabei mangelnde Wissenschaftlichkeit, den Unis wiederum zu wenig Praxisbezug vorgeworfen. Künftig sollen nun alle Lehrer an gemeinsamen Einrichtungen ausgebildet werden, deren Schaffung der neue Entwicklungsrat koordinieren soll.
Rat mit Mitgliedern aus beiden Ressorts
Schmied hatte die von ihr nominierten Mitglieder des Entwicklungsrates bereits im vergangenen Herbst vorgestellt, als sie eine PH-Reform ankündigte. Nun hat Töchterle mit Rektor Arthur Mettinger (Fachhochschule Campus Wien) und Bildungspsychologin Christiane Spiel (Uni Wien) auch die Mitglieder des Wissenschaftsministeriums nominiert. Damit kann der Entwicklungsrat seine Arbeit aufnehmen.
Wie Schmied mitteilte, soll der Rat anhand von Potenzialanalysen empfehlen, welche Einrichtungen in den verschiedenen Regionen für die Lehrerausbildung zuständig sein sollen - und diese dann akkreditieren sowie Empfehlungen für die Leistungsvereinbarungen mit diesen Institutionen vorlegen. Träger der neuen Lehrer-Ausbildung könnten dabei PH, Unis, Verbund- oder Kooperationsmodelle sein, betonte Schmied. Als Zeitraum für die Umstellung nannte die Ministerin fünf bis zehn Jahre.
Keine Differenzen in Frage der Institutionen
Töchterle betonte, dass es in der Institutionen-Frage keinen Konflikt mit Schmied gebe: "Es ist der Eindruck entstanden, wir wären hier kontrovers. Wir sind es nicht." Der Minister verwies darauf, dass von den Unis bereits "eine Fülle von Konzepten vorgelegt wurde, wie mit den PH kooperiert werden kann". Auch Schmied hob gemeinsame Initiativen hervor. Von den 14 Anträgen für die Schaffung neuer Masterstudien, die eingegangen seien, seien in 13 Kooperationsmodelle mit Unis enthalten. "Das zeigt, dass die einzelnen Institutionen in ihrer Kooperationsfähigkeit bereits weit entwickelt sind", so die Ministerin.
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