Ein Trio erbeutete in Ostösterreich Fahrräder im Wert von 50.000 und verscherbelte sie in Ungarn. Ein Angeklagter schien beim Prozess am Landesgericht Eisenstadt besonders viel Spaß zu haben.
Acht Prozess-Touristen waren aus Ungarn angereist, um die drei Burschen, die in Handschellen aus der U-Haft vorgeführt wurden, am Landesgericht Eisenstadt moralisch zu unterstützen. Es wurde „gekudert“, gejausnet und geraschelt in der letzten Reihe. Ab und zu brummte ein Handy. Einer der Angeklagten (32) suchte immer wieder den Augenkontakt und konnte sich vor Lachen kaum halten. So ein Tamtam hatte er bei seinen fünf Verurteilungen zuvor wohl noch nicht erlebt.
„Es ging so leicht“
Seit Oktober 2022 war die Bande 53-mal ausgerückt, um Fahrräder in Ostösterreich zu stehlen und sie dann in Ungarn zu verscherbeln. Gesamtschaden: 50.000 Euro, die teuersten E-Bikes im Wert von 2000 und 1400 Euro ließen sie in Neusiedl am See mitgehen. Unisono sagten die Männer zu Richterin Sabine Stagl-Pateisky: „Wir brauchten das Geld.“ Und: „Es ging so leicht!“ Der Spaßvogel auf der Anklagebank stritt vehement ab, bei drei Delikten beteiligt gewesen zu sein – als ob das nicht vollkommen irrelevant wäre.
Und plötzlich war er baff
Bei der Urteilsverkündigung verging ihm das Lachen, er versteckte das baffe Gesicht in den Händen: 24 Monate unbedingt! Der einfach einschlägig Vorbestrafte (31) fasste 18 Monate aus, der unbescholtene Dritte (21) darf 12 Monate hinter Gittern nachdenken, warum sich Fahrräder stehlen doch nicht auszahlt.
Im Auditorium flossen Tränen.
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