AK bietet Überblick

Kinderbetreuung ist in OÖ teils besser geworden

Politik
06.10.2023 10:56
Porträt von Krone Oberösterreich
Von Krone Oberösterreich

„Das Angebot an Kinderbildung und -betreuung in Krabbelstuben, Kindergärten und Horten hat sich für berufstätige Eltern gegenüber dem Vorjahr in Oberösterreich kaum verbessert - vor allem im ländlichen Raum“, berichtet die AK Oberösterreich. Ihr Kinderbetreuungsatlas bietet den Überblick und viele Details.

Mit ihrem Kinderbetreuungsatlas bietet die Arbeiterkammer Oberösterreich einen umfassenden Überblick über das Angebot an Kinderbildung und -betreuung bis zum Volksschulalter. Im Auftrag der AK hat das Institut für empirische Sozialforschung (IFES) die entsprechenden Daten erhoben und ausgewertet. Vier Kriterien sind für die Gesamt-Kategorienbildung besonders wichtig, um Eltern eine Vollzeitarbeit zu ermöglichen: der Umfang der täglichen Öffnungszeiten, das Angebot eines Mittagessens, die Sommerbetreuung und die Summe der Schließzeiten im Laufe eines Arbeitsjahres in Krabbelstuben, Kindergärten und in der Nachmittagsbetreuung für Volksschulkinder. Zudem wurde das Angebot nach drei Altersgruppen (Unter-Dreijährige, Drei- bis Sechsjährige, Volksschulkinder) aufgeschlüsselt. Gemeinden konnten somit maximal zwölf Kriterien erfüllen.

Mehr Gemeinden „top“, aber noch viel Luft nach oben 
Die Zahl jener Gemeinden, die über alle Altersgruppen hinweg eine Top-Kinderbetreuung anbieten, hat sich erhöht. Diese sogenannten 1A-Gemeinden sind seit dem Vorjahr von 75 auf 82 angewachsen (+9,3 Prozent). Das entspricht 18,7 Prozent der oberösterreichischen Gemeinden. Mehr geworden sind auch die A-Gemeinden. Ihre Zahl stieg von 76 auf 94 (21,5 Prozent) an. In Summe verfügen somit rund 40,2 Prozent der oberösterreichischen Gemeinden über ein sehr gut ausgebautes Angebot an institutioneller Kinderbildung und -betreuung. Die Zahl der B-Gemeinden hat sich um neun auf 84 Gemeinden reduziert, jene der C-Gemeinden hat um 28 auf 61 Gemeinden abgenommen. Die Zahl der D-Gemeinden blieb mit 40 unverändert. Stark gesunken ist die Zahl der E-Gemeinden, die sich auf nunmehr 16 halbiert hat. Was unter anderem auf eine höhere Datenverweigerungsquote zurückzuführen ist.

Zitat Icon

„Dass manche Gemeinden keine Daten zur Kinderbildung und -betreuung vor Ort zur Verfügung stellen, ist bedenklich und ein Zeugnis für den mangelnden Willen zur Transparenz“

AK-Präsident Andreas Stangl

Verschlechterungen bei Drei- bis Sechsjährigen
Über ein Top-Angebot für Drei- bis Sechsjährige verfügen nur mehr 97 Gemeinden, also etwas mehr als ein Fünftel aller oberösterreichischen Gemeinden. Im Vorjahr waren es noch 106. In Linz-Land (inklusive Linz-Stadt) ist rund jede zweite Gemeinde (52,2 Prozent) in dieser Altersgruppe eine 1A-Gemeinde. Hohe Anteile gibt es noch in Grieskirchen (42,4 Prozent) und Eferding (41,7 Prozent). Den niedrigsten 1A-Gemeinden-Anteil weist der Bezirk Rohrbach mit 5,4 Prozent auf. Die meisten E-Gemeinden gibt es mit 19,1 Prozent im Bezirk Steyr-Land (inklusive Steyr-Stadt).

Echte Wahlfreiheit für die Eltern ist gefragt
Für die AK Oberösterreich ist klar: 
Es braucht passende Betreuungsangebote, die Vollzeitarbeit möglich machen. Echte Wahlfreiheit gibt es nur, wenn Eltern auch zwischen Angeboten wählen können. Der Ankündigung der Landesregierung, Oberösterreich solle „das Kinderland Nummer 1“ werden, müssen endlich Taten folgen. „Daran werden wir das Land Oberösterreich messen“, so AK-Präsident Andreas Stangl. Der Ausbau stocke zurzeit unter anderem deshalb, weil versäumt wurde, die entsprechenden Ausbildungsmöglichkeiten für pädagogische Fach- und Hilfskräfte zu schaffen.

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