Der Bahnübergang bei Munderfing, wo vorgestern ein Lkw von einem Zug erfasst wurde, ist nicht unbekannt: zwei Unfälle mit Lastwagen ereigneten sich schon an dieser ungeregelten Kreuzung. Trotz der großen Sachschäden - einmal musste gar ein benachbartes Haus abgerissen werden - erlitten die Fernfahrer nur leichte Verletzungen,
Nach dem Zugsunfall am Mittwoch in Achenlohe bei Munderfing kamen am Donnerstag gute Nachrichten aus dem Krankenhaus: Der Lastwagen-Lenker brauchte nur ambulant versorgt werden, erholt sich zuhause von seinem Schrecken. Was war passiert: Vor dem unbeschrankten Bahnübergang musste der Kraftfahrer (51) aus Haag/H. zurücksetzen, um entgegenkommenden Fahrzeugen auf der schmalen Straße das Überqueren der Schienen zu ermöglichen.
Anrainer halfen Fahrer aus Kabine
Als er mit seinem Lastwagen wieder losfuhr, dürfte er den Zug übersehen haben. Es kam zum wuchtigen Zusammenstoß, die Zugmaschine wurde vom Aufleger gerissen. „Wir wurden von Anrainern der Unfallstelle alarmiert“, erzählt Josef Maderegger von der Feuerwehr Munderfing. „Als wir eintrafen, hatten sie dem Lenker bereits beim Verlassen des Führerhauses geholfen.“
Übergang soll Schranken bekommen
Auf dem unbeschrankten Bahnübergang – er ist derzeit aufgrund einer Umleitung von Lkw stark frequentiert – kam es auch in der Vergangenheit immer wieder zu schweren Zugsunglücken. Im Jahr 2019 schleuderte ein Güterzug einen Lastwagen in ein Haus, das folglich abgerissen werden musste. Das darin lebende Ehepaar (damals 83 und 79) kam mit dem Schrecken davon, der Lenker wurde verletzt.
2010 kollidierten ein Zug und ein Tankfahrzeug, 5000 Liter Diesel sickerten ins Erdreich – auch hier kam der Lastwagenfahrer leicht verletzt davon. Im Zuge der Sanierung der Mattigtalbahn soll dieser Streckenabschnitt elektrifiziert und mit Schranken ausgestattet werden – Baubeginn voraussichtlich nächstes Jahr.
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