„Auch wenn ich seine Nervosität im Vorfeld des anstehenden Stadtparteitages verstehe, fordere ich ihn auf, persönliche Befindlichkeiten hintanzustellen und endlich auf einen konstruktiven Weg des Miteinanders einzulenken“, appelliert VP-Landesgeschäftsführer Sebastian Kolland an den offenbar abtrünnigen VP-Vize Anzengruber. Es geht um ein Fairness-Abkommen.
„Es ist ein eindeutiges Votum für Bündnis und Tursky“, hielt Stadtparteiobmann Christoph Appler am Tag nach der Sitzung des Stadtparteivorstandes fest, bei der wie berichtet Staatssekretär Florian Tursky als gemeinsamer Bürgermeister-Kandidat von ÖVP, Für Innsbruck und Seniorenbund auch offiziell nominiert wurde.
Beschlüsse mit großer Mehrheit
Rahmenbedingungen und inhaltliche Positionierungen des Bündnisses seien ausführlich im VP-Stadtparteivorstand Dienstagabend diskutiert und alle Beschlüsse entsprechend den statutarischen Vorgaben mit großer Mehrheit gefasst worden, hielt Appler fest. „Entgegen seiner öffentlichen Kritik wollte Johannes Anzengruber in Sitzung Fairnessabkommen mit konkreten Punkten nicht zustimmen“, sagte er.
Bündische Obleute waren am Wort
Rund zwei Stunden habe sich der Vorstand der Innsbruck Volkspartei mit dem Bündnis zwischen Volkspartei, Für Innsbruck und dem Tiroler Seniorenbund und den statutarisch notwendigen Beschlüssen für den Stadtparteitag befasst. „Alle Punkte wurden ausführlich diskutiert. Auch über die Rahmenbedingungen für die gemeinsame Wahlplattform, mitsamt den vereinbarten inhaltlichen Positionierungen, wurde umfassend von allen bündischen Obleuten, die mit den Verhandlungen beauftragt waren, informiert. Das war meines Erachtens auch die Grundlage dafür, dass das neue Bündnis im Stadtparteivorstand mit 19 zu 2 Stimmen beschlossen wurde“, erklärte VP-Stadtparteiobmann Appler.
„Absichtlich in negatives Licht gerückt“
Alle Teilnehmer des Verhandlungsteams, dessen Zusammensetzung auch von Johannes Anzengruber mitbeschlossen wurde, betonten in der Sitzung zudem, dass die Gespräche mit Für Innsbruck stets auf Augenhöhe und mit einem ausdrücklich kooperativen Geist geführt wurden. „Warum Anzengruber nun diese Gespräche absichtlich in ein negatives Licht rückt, lässt leider den Verdacht aufkommen, dass er das Bündnis der Mitte gar nicht mittragen möchte und seine eigene, persönliche Agenda verfolgt“, so Appler.
Leider war Johannes Anzengruber in der Sitzung wider Erwarten nicht bereit, diese Punkte außer Streit zu stellen.
Landesgeschäftsführer Sebastian Kolland
Stadtparteitag fixiert
Ebenso beschlossen wurden im Stadtparteivorstand Datum und Ort des Stadtparteitages, der am 3. November in den Ursulinensälen stattfinden wird. So wie im Statut vorgesehen, wurde vom Stadtparteivorstand auch darüber abgestimmt, welcher Kandidat dem Stadtparteitag als Stadtparteiobmann vorgeschlagen wird. „18 Stimmen entfielen dabei in geheimer, schriftlicher Abstimmung auf Florian Tursky, zwei Stimmen auf Johannes Anzengruber“, informiert Appler.
Fairness und Transparenz
Erstaunt über die Vorwürfe Anzengrubers zeigt sich am Mittwoch auch Landesgeschäftsführer Sebastian Kolland, der am Dienstag bei der Sitzung ebenfalls anwesend war. „Als Geschäftsführer der Tiroler Volkspartei ist es mir wichtig, dass bei der Vorbereitung und Durchführung des Stadtparteitages ein höchstes Maß an Transparenz und Fairness eingehalten wird. Deshalb habe ich am Vortag des Stadtparteivorstandes den beiden Wahlwerbern ein Fairnessabkommen zum Parteitag mit mehreren Punkten übermittelt.“
Jetzt kommt wohl Anzengruber-Liste
Unter anderem sei der Inhalt gewesen, dass beide Kandidaten Vertrauensleute in die Wahlkommission entsenden können, gleiche Redezeiten am Stadtparteitag haben und zustimmen, dass der unterlegene Kandidat den neuen Obmann bei der Gemeinderatswahl unterstützt und nicht mit einer eigenen Liste antritt. „Leider war Johannes Anzengruber in der Sitzung wider Erwarten nicht bereit, diese Punkte außer Streit zu stellen“, unterstrich VP-Landesgeschäftsführer Kolland.
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