Ein Schlepper, der keiner gewesen sein will, wurde zum Geisterfahrer und boxte einen Polizisten in den Bauch. Beim Prozess am Landesgericht Eisenstadt verwickelte sich der 23-Jährige in Widersprüchen.
Wenn der Syrer nicht gerade in U-Haft sitzt, wohnt der 23-Jährige im Haus Franziskus der Caritas in Eisenstadt. Jeden Montag bekommt er dort 40 Euro Taschengeld – da ist die Schlepperei schon lukrativer.
2500 und 5000 Euro wurden dem Mann in Aussicht gestellt, wenn er zweimal die Grenze bei Neumarkt an der Raab überquert und Migranten aus Ungarn nach Österreich bringt. Laut Handydaten-Auswertung soll er das auch gemacht haben. Bloß: „Ich bin nicht gefahren“, sagte der Syrer beim Prozess am Landesgericht Eisenstadt, ehe er sich in Widersprüche verstrickte.
Ibrahim? Hassan? Oder doch Assad?
Beim ersten Mal habe er sich von einem Taxler durch die Gegend chauffieren lassen; was Textnachrichten betrifft: er könne ja gar nicht schreiben; das Auto sei defekt gewesen; Ibrahim war’s; nein, doch eher Hassan; oder Assad; er sei nur an die Grenze gegangen um zu schauen, ob Polizei patrouilliert.
Und beim zweiten Mal? „In Ungarn haben 14 Personen gewartet, aber ich habe sie nicht geholt.“ Er habe Ibrahim eins auswischen wollen, weil der für den verhafteten Hassan keinen Anwalt besorgt hatte. „Ich bin nur in Österreich im Kreis gefahren.“
Ich kann mich daran nicht erinnern. Ich hatte zwei Gramm Kokain und eine Tablette genommen. Ich war völlig benebelt.
Der Angeklagte vor Gericht
Nahe Schwechat wurde der Mann als Geisterfahrer von der Autobahnpolizei gestoppt. Bei der Kontrolle rammte er einem Beamten die Faust in den Bauch, bei der Leibesvisitation schlug er wild um sich. „Ich kann mich daran nicht erinnern. Ich hatte zwei Gramm Kokain und eine Tablette genommen. Ich war völlig benebelt.“
Das Urteil? „Passt!“
Das Urteil – zwei Jahre Haft wegen Schlepperei in einem Fall, Widerstands gegen die Staatsgewalt und schwerer Körperverletzung – nahm der Mann an: „Passt!“
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