Verdächtiger Deal

Kärntner Hypo: Zwei Razzien wegen Millionen-Transfers

Kärnten
17.02.2012 12:14
In der Mitarbeiterprivatstiftung der notverstaatlichten Kärntner Hypo-Bank ist am Donnerstag eine Hausdurchsuchung durchgeführt worden. Hintergrund ist ein Geldfluss über 400 Millionen Euro von der Kärntner Landesholding, deren Räumlichkeiten ebenfalls durchsucht wurden, an die Stiftung. Die "CSI Hypo" hat den Verdacht, dass die Bilanz der Bank vor ihrem Verkauf an die BayernLB im Jahr 2007 auch auf diese Art - und nicht nur über einen Aktiendeal - geschönt wurde.

"Sämtliche Unterlagen über die Mitarbeiterprivatstiftung wurden sichergestellt. Wir sind immer kooperativ und behilflich", sagte Stiftungsvorstand Klaus Jernei, der betonte, erst seit eineinhalb Jahren Vorstand der Stiftung zu sein.

Der Geldfluss von 400 Millionen Euro von der Landesholding an die Stiftung ist sowohl Teil eines derzeit am Handelsgericht Wien laufenden Zivilprozesses, als auch des am 27. März startenden Strafrechtsprozess "Hypo III" am Landesgericht Klagenfurt, wie Jernei und ein Bankensprecher bestätigten.

Zwischen Stiftung und Landesholding dürfte bei dem Millionendeal ausschließlich über Anwälte vorgegangen worden sein, um sich gewisse Gebühren zu sparen. "Man muss das lückenlos aufklären. Vor allem, wer wann von welchen Vorgängen gewusst hat", sagte "CSI"-Chef Wolfgang Peschorn am Freitag im Ö1-"Morgenjournal". Ermittelt werde auch, ob es bei dem Geldfluss unzulässige Garantien gab und ob die neuen Eigentümer - also die Bayern - davon wussten.

Holding-Chef verwundert über Aufregung
Der Chef der Kärntner Landesholding Hans Jörg Megymorez zeigte sich am Freitag verwundert über das "mediale Hochschaukeln" des 400-Millionen-Transfers. "Die Einnahmen aus der Hypo-Wandelschuldanleihe von 2005 wurden zu normalen Marktkonditionen in der Mitarbeiterprivatstiftung und einer ihrer Tochtergesellschaften veranlagt und 2008 mit 2,54 Prozent Rendite wieder rückgeführt", klärte Megymorez auf.

Die Gesamtsumme wurde an die Holding zurückbezahlt, obwohl die Veranlagung an Wert verloren hatte. Als damaliges Aufsichtsratsmitglied der Hypo Bank habe er sich um die Rückführung der Veranlagung bemüht, so der Holding-Chef.

"Letztlich handelt es sich bei der Berichterstattung über diese Vorgänge um viel Lärm um nichts", ist sich Megymorez sicher. "Der Landesrechnungshof hat die Veranlagung 2009 auch geprüft und als Okay befunden." Die Veranlagung sei erfolgt, als ein Börsengang der Hypo noch im Raum stand. "Wenn die Holding bei einer Drittbank veranlagt hätte, wäre das wohl nicht nachvollziehbar gewesen."

Seitens der Staatsanwaltschaft Klagenfurt hieß es, es habe "sich erneut die Notwendigkeit ergeben, gewisse Unterlagen im Hypo-Komplex zu beschaffen". Dem sei von den Betroffenen "kooperativ entsprochen" worden, so Sprecher Helmut Jamnig.

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