Wahllos verteilte Freizeitkarten in Innsbruck sind auch den Grünen ein Dorn im Auge. Noch dazu, wo sie seit Monaten an einer Karte für wirklich Bedürftige basteln. Nun macht Stadtchef Georg Willi den nächsten Schritt.
Armutsbetroffenen und -gefährdeten Bürgerinnen und Bürgern die Teilhabe am städtischen Leben ermöglichen: Das ist die Kernidee der Innsbruck Aktiv Card, die seit einiger Zeit in Innsbruck diskutiert wird. Leider konnten sich die Parteien in der Stadt bislang nicht auf einen gemeinsamen Kurs einigen. Dabei ist das Vorhaben gut mit Zahlen, Daten und Fakten hinterlegt: Mit der Machbarkeitsstudie „Innsbruck aktiv gegen Teuerung“ wurde bereits im Februar des Jahres eine evidenzbasierte Grundlage präsentiert, um nach dem ersten Teuerungspaket gezielt weitere Entlastungen für die Innsbrucker Bevölkerung zu schaffen.
Mehr Armutsbetroffene als vor einem Jahr
„Die Innsbruck Aktiv Card würde genau dort ansetzen, wo aktuell ein akuter Handlungsbedarf besteht. Denn eine zu Beginn des heurigen Jahres veröffentlichte Studie machte ganz klar deutlich, wie massiv die Teuerungen vor allem armutsbetroffene oder armutsgefährdete Menschen im ganzen Land belastet: 201.000 Menschen in Österreich sind derzeit stark armutsbetroffen – das sind um 40.000 Menschen mehr als noch vor einem Jahr“, kennt die Klubobmann-Stellvertreterin der Innsbrucker Grünen, Janine Bex, aktuelle Zahlen.
Mit der „Innsbruck Aktiv Card“ könnten wir jene, auch langfristig, unterstützen, die sich nicht selbstverständlich einen Besuch im Schwimmbad, die Reparatur ihrer Waschmaschine oder ein Öffi-Ticket leisten können.
Janine Bex, stellvertretende Klubobfrau der Innsbrucker Grünen im Gemeinderat
Wien, Graz und Linz als Vorbilder für Innsbruck
Die Aktiv Card bringe „langfristige, systemische Verbesserungen für viele, denn sie soll finanzschwache Menschen neben akuten Hilfestellungen eben auch längerfristig unterstützen.“ Als Vorbild dienen Städte wie Graz, Linz und Wien. Konkret für Innsbruck wurden in der Studie vergünstigte Zeitkarten für Öffis, Ermäßigungen für den Jahresbeitrag von Sportvereinen, Jahrestarif des Stadtrades, die Benutzung des Frauen-Nachttaxis, Eintritte in die Bäder der Stadt, die Eishalle, Theater und Museen, den Jahrestarif der Stadtbibliothek, für Kurse der Volkshochschule und mehr vorgeschlagen.
„Die Teilhabe am städtischen Leben ist enorm wichtig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und sollte möglichst allen Bürgerinnen und Bürgern ermöglicht werden“, erklärte Bex. Laut den Grünen hätte der Gemeinderat schon im Mai Gelegenheit gehabt, zu handeln und einen Grundsatzbeschluss zu fassen: „So muss nun die Bevölkerung noch etwas länger warten, um kommunale Angebote günstiger in Anspruch zu nehmen.“
BM Willi hat Umsetzung in Auftrag gegeben
Doch jetzt kommt Bewegung in die Sache: BM Georg Willi hat das Amt für Bürgerservice, wo auch die mittlerweile etablierte und gut angenommene Teuerungsberatung sitzt, mit der Erarbeitung eines Umsetzungskonzeptes zur Einführung einer Innsbruck Aktiv Karte beauftragt.
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