Am Montag wird sich der Raumplanungsbeirat mit der geplanten Erweiterung des Messeparks befassen. Zwar besteht für die Landesregierung keine rechtliche Verpflichtung, die Empfehlung des Gremiums umzusetzen, in der Regel werden die Ratschläge aber befolgt.
Der Raumplanungsbeirat besteht aus Vertretern der Landtagsparteien, der Wirtschafts-, Arbeiter-, Architekten- und Landwirtschaftskammer sowie Fachleuten aus Raumplanung, Ökologie und Mobilität, den Vorsitz hat der für die Raumplanung zuständige Landesrat Marco Tittler (ÖVP) inne.
Bekanntlich will die Betreiberfamilie Drexel seit etlichen Jahren den 1987 auf der grünen Wiese errichteten Messepark erweitern, die Verkaufsfläche soll von 19.000 auf maximal 22.200 Quadratmeter erhöht werden. 100 Millionen Euro wollen die Proponenten investieren, zudem versprechen sie, 300 neue Arbeitsplätze zu schaffen.
Damit das Projekt nicht abermals gestoppt wird - ein diesbezüglicher Vorstoß im Jahre 2018 scheiterte nach einer emotionalen Debatte -, gibt es noch ein paar weitere „Zuckerl“: Man werde keinen zusätzlichen Boden verbrauchen, weiters soll ein ausgeklügeltes Verkehrskonzept den Hotspot Messekreuzung beruhigen. Und nicht zuletzt würde man bei einem Okay darauf verzichten, bereits gewidmete Handelsflächen im Umfeld des Messeparks zu nutzen, so Guntram Drexel, Sprecher der Betreiberfamilie.
Angst vor Verkehr und Kaufkraftabwanderung
Die Projektgegner überzeugt das freilich wenig. Hauptkritikpunkt bleibt die Verkehrsbelastung. Besonders in Lustenau, wo die permanente Blechlawine mittlerweile zum Ortsbild gehört, ist der Widerstand groß, nicht wenige sähen durch die zusätzliche Frequenz das Maß endgültig überschritten.
Zudem fürchten die Anrainergemeinden, dass der „Messepark 3.0“ Kaufkraft aus den Ortszentren absaugen wird. Gefüttert wird diese Furcht durch die Tatsache, dass der Vorarlberger Einzelhandelsmarkt ohnehin bereits gesättigt ist: Die Handelsfläche pro Kopf ist so hoch wie in kaum einer anderen Region in Europa, die Margen liegen allerdings im unteren Bereich.
Eines ist jedenfalls klar: Gleich wie die Stellungnahme des Raumplanungsrates ausfällt, der Wirbel wird groß sein.
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