Die betriebseigene Funkstreife der Wiener Linien wurde in der Nacht auf Montag ebenso alarmiert wie die Polizei. Als Mitarbeiter der Wiener Linien sich dem Tatort näherten, flüchtete das Quartett, sprang in ein Auto und raste davon.
Gegen 2.25 Uhr fiel einer Polizeistreife dann ein Auto mit tschechischem Kennzeichen auf. Der Lenker fuhr vom Bahnhof Floridsdorf kommend auf der Floridsdorfer Hauptstraße stadteinwärts. Plötzlich wendete er sein Fahrzeug und wollte auf die A22 in Richtung A23 auffahren. Noch vor der Auffahrt zur Autobahn konnte die Polizei das Fahrzeug anhalten und die Insassen - drei Männer, deren Hände stark verschmutzt waren, und eine Frau - festnehmen.
Der Schaden an den Signalkabeln konnte von Technikern noch in der Nacht repariert werden, für die Fahrgäste der U6 kam es daher zu keinen Verzögerungen.
Bande auch für weitere Kabel-Diebstähle verantwortlich?
In der jüngsten Vergangenheit kam es auf den Strecken der U6 und U4 in Wien immer wieder zu Kupferkabel-Diebstählen. Ob die nun gefassten Verdächtigen auch für diese Delikte infrage kommen, könne laut Polizeisprecher Roman Hahslinger derzeit noch nicht beantwortet werden. Es werde allerdings "auch in diese Richtung ermittelt", so Hahslinger gegenüber krone.at.
Der bisher letzte Kabel-Klau hatte am 18. Jänner eine Teilsperre der U6 verursacht. Am 27. November 2011 wollten Gauner in Wien-Döbling an der Gleistrasse der U4 ein Starkstromkabel entweden. Beim Versuch, Kabelstränge mit einer Eisensäge durchzuschneiden, kam es allerdings zu einem Brand. Tags darauf, am 28. November, gelang es Unbekannten, gleich mehrere Hundert Meter Kupferkabel zu entwenden (siehe Infobox).
Bis zur endgültigen Klärung der Delikte bleibe allerdings die Ergreiferprämie von 10.000 Euro aufrecht, so ein Sprecher der Wiener Linien. Das wertvolle Metall gehe laut Kriminalisten nach Ungarn, wo es auf dem Schwarzmarkt weiterverkauft wird.
250.000 Euro Schaden durch Kupferdiebstahl im Jahr 2010
Um derartigen Diebstählen vorzubeugen, tauschen die Wiener Linien derzeit verstärkt diese Kabel gegen Aluminiumkabel aus. Der Großteil auf der Linie U6 ist bereits ersetzt worden. "Auf zwei Streckenabschnitten wird noch daran gearbeitet", erklärte Lang. Im Jahr 2010 entstand den Wiener Linien durch Kupferdiebstahl ein Schaden von 250.000 Euro.
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