"Ich war stolz, als Student in den 1960er-Jahren ins 'Hawelka' zu gehen, und man war natürlich auch stolz, wenn Herr und Frau Hawelka einen schon kannten", erinnerte sich der Kardinal an seine früheren Aufenthalte im berühmten Kaffeehaus in der innerstädtischen Dorotheergasse.
"Man war dort keine Nummer"
Das Ehepaar Hawelka - Frau Josefine starb im Jahr 2005 - seien durch ihren Fleiß und ihre Gastfreundschaft Vorbilder gewesen: "Das Besondere dieses Cafés war es, dass man dort keine Nummer war." Ein weiteres Erfolgsgeheimnis des kleinen Lokals bestehe darin, dass es nie modernisiert worden sei. "In einer Zeit, in der alles gestylt sein muss, wie wohltuend ist es, dass es Dinge und Orte gibt, die einfach bleiben, wie sie sind", so Schönborn.
Am Ende der Seelenmesse wurde zu Ehren Hawelkas das bekannte, unter anderem bereits von Hans Moser interpretierte Wienerlied "Lied vom alten Ober", besser bekannt unter dem Titel "Sperrstund is'", gesungen.
Ab 60er-Jahren als Künstlertreff etabliert
Leopold Hawelka starb am 29. Dezember im Alter von 100 Jahren. Das gleichnamige Café hatte er gemeinsam mit seiner Frau Josefine im Jahr 1939 gegründet. Ab den 60er-Jahren etablierte sich das "Hawelka" als Künstlertreff der heimischen Avantgarde. Es diente Protagonisten wie Helmut Qualtinger, Oskar Werner oder Friedensreich Hundertwasser als Arbeits- und Wohnzimmerersatz. Das heute vorrangig von Touristen frequentierte Kaffeehaus wird bereits seit einiger Zeit von Hawelkas Enkeln Amir und Michael geführt.
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