"Ende nicht erreicht"

Online-Kriminalität steigt seit Jahren immer mehr an

Österreich
20.01.2012 16:45
Immer mehr Kriminelle versuchen, mit Hilfe des Internets schnell zu Geld zu kommen. Während vor zehn Jahren knapp über 600 Delikte angezeigt wurden, gab es 2011 schon 5.100 Fälle. "Der globale Trend zeigt eindeutig, dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist", so Innenministerin Johanna Mikl-Leitner am Freitag bei der Präsentation der aktuellen Kriminalstatistik.

Vor allem im Bereich des "Hackings" gab es eine starke Zunahme. Die gezielte Datenbank-Spionage ist europaweit die größte Bedrohung. Im Vergleich zum Vorjahr sind die angezeigten Fälle um 70 Prozent von 142 auf 241 gestiegen. Mikl-Leitner will, dass zukünftig die Bekämpfung der Internetkriminalität einen Schwerpunkt einnimmt.

Gesamtkriminalität in den letzten zehn Jahren rückläufig
Trotz dieser drohenden Gefahr durch Internet-Attacken ist die Gesamtkriminalität in Österreich im Vergleich der letzten zehn Jahre rückläufig. Wurden 2002 noch über 591.000 Fälle angezeigt, so waren es im Vorjahr nur noch 540.000. Die Aufklärungsquote ist um zwei Prozentpunkte auf 43,4 Prozent gestiegen. 

Die Zahl der Einbrüche (15.616) hat leicht (0,8 Prozent) abgenommen. Bei den Tätern handelt es sich zu 72,8 Prozent um Serben, Rumänen und Ungarn. Auch bei den 5.158 Kfz-Diebstählen sind bei 56,8 Prozent der Fälle ausländische Tätergruppen unterwegs.

Zunahme bei Gewaltdelikten
Sorgen macht Mikl-Leitner die Zunahme von Gewaltdelikten. Bei der vorsätzlichen Körperverletzung wurde mit 40.400 Fällen der dritthöchste Wert in den vergangenen zehn Jahren registriert. Ebenfalls stark gestiegen sind Vergewaltigungen: 2011 wurden 977 Übergriffe angezeigt, 2002 waren es vergleichsweise "nur" 625. 

"Die Aufklärungsquoten bei Gewaltdelikten sind in Österreich konstant hoch", sagt der Chef des Bundeskriminalamtes, Franz Lang. Im Jahr 2011 lag sie bei Körperverletzungen bei 84,8 Prozent, bei Mord bei 91 Prozent. "Die beste Kriminalstatistik seit zehn Jahren hat heuer Wien", so Polizeipräsident Gerhard Pürstl.

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