Besonders wichtig ist für 57 Prozent der Befragten auch, das Abwandern österreichischer Betriebe ins Ausland zu verhindern. 54 Prozent halten es für essenziell, die Kriminalität mit harten Maßnahmen zu bekämpfen. Für 48 Prozent ist es für die Zukunft des Landes unabdingbar, bezüglich der Energieversorgung vom Ausland unabhängig zu werden. Den Zuzug von Ausländern eindämmen (45 Prozent) und die Neutralität beibehalten (44 Prozent) sind die nächsten Maßnahmen, denen die Befragten für die Entwicklung Österreichs große Bedeutung beimessen.
Höchstleistungen in Wissenschaft und Technik
Nur eine Spur stärker sind die Forderungen nach Höchstleistungen in Wissenschaft und Technik (46 Prozent). In diesem Zusammenhang fällt jedoch auf, dass sich ungeachtet dessen nur etwas mehr als ein Drittel der Österreicher (36 Prozent) ausdrücklich für eine Erhöhung des Bildungsniveaus in Schulen und Universitäten sowie für die Schaffung einer Bildungselite ausspricht. Das Außergewöhnliche fügt sich wohl nicht voll und ganz in das Lebensgefühl der Bevölkerung, merkt das IMAS-Institut an.
Gerechtere Verteilung von Besitz und Wohlstand
Für eine gerechtere Verteilung von Besitz und Wohlstand zu sorgen und zu versuchen, in der EU viele eigene Rechte zu bewahren, sehen 43 Prozent der Österreicher als unverzichtbar. Radikale Entwicklungen verhindern und wieder mehr österreichische Kinder sind noch für jeweils 40 Prozent der Befragten wichtig. Die Traditionen und Eigenheiten des Landes zu bewahren, nannten 39 Prozent als besonders wichtig für eine gute Entwicklung Österreichs.
Kein Verlangen nach aktiverer EU-Mitarbeit
Insgesamt elf der vom IMAS abgefragten Prämissen für eine gute Zukunft entsprechen hingegen nur dem Geschmack von Minderheiten und stoßen sogar auf Ablehnung. Wenig Verlangen haben die Bewohner der Alpenrepublik u.a. nach aktiver Mitarbeit des Landes in der EU (28 Prozent), noch weniger sind sie dafür, dass Österreich eine Führungsrolle in Europa übernimmt (19 Prozent).
Äußerst gering ist auch das Verständnis der Bevölkerung für ein Herunterschrauben sozialer Ansprüche und die Akzeptanz eines bescheideneren Lebensstils (21 Prozent) sowie für die Förderung des Zuzugs von Fachkräften: 25 Prozent meinen, dass das sehr wichtig sei, für 22 Prozent hingegen müsse das gar nicht geschehen. Gar nur 13 Prozent betrachten die Bildung einer multikulturellen Gesellschaft als wünschbares Zukunftsmodell.
Wenig Interesse an außenpolitischen Beziehungen
Ebenfalls kaum von Bedeutung für eine gute rot-weiß-rote Zukunft sind für die Österreicher außenpolitische Beziehungen: Ein gutes Verhältnis zu den USA ist lediglich für 18 Prozent wichtig, für 27 Prozent nicht unbedingt notwendig. Enge Beziehungen zu Russland sind für 30 Prozent nicht notwendig.
Für die Studie wurden 1.004 Personen, statistisch repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren, in persönlichen Interviews von 23. November bis 12. Dezember 2011 befragt.
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