Etwa 50 Meter sind es vom Hauseingang bis zur Straße. Nur ein schmaler Weg ist freigeschaufelt, es ist hier sehr eisig – Vorsicht ist also angesagt. "Meine Tochter hat zum Schneeschaufeln kommen müssen, ich selbst kann ja das nicht mehr. Ich hab' das zum letzten Mal vor zehn Jahren machen müssen", erzählt Frau M. Sie ist diese Woche für den Winterdienst eingeteilt – mit 83 Jahren. Sie haftet auch, falls jemandem etwas passieren sollte.
Frau M. wohnt hier erst seit kurzer Zeit: Am 21. Dezember wurden die sechs Seniorenwohnungen an die Mieter übergeben. "Sonst gibt es nichts zu beanstanden, die Wohnung ist herrlich", schwärmt die Pensionistin. Dass die Bewohner für die Schneeräumung zuständig sind, sorgt jedoch für heftiges Kopfschütteln.
"Normalerweise wird externe Firma beauftragt"
Verwunderung herrscht auch bei der steirischen Mietervereinigung: "Normalerweise wird, gerade bei Seniorenwohnungen, eine externe Firma beauftragt und das mit den Betriebskosten abgerechnet", so Geschäftsführer Christian Lechner.
"Das ist bei uns normalerweise auch der Fall", sagt Christoph Kalsberger von der Genossenschaft Ennstal, "aufgrund der exponierten Lage war es aber während der Weihnachtsferien nicht möglich, eine Firma zu finden."
Am Donnerstag, als die "Krone" nachfragte, gab es dann rasch eine Lösung: "Wir haben eine Firma gefunden!" Frau M. kann ihre Schneeschaufel also endgültig ins Eck stellen.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.