Ach, übrigens...

Dov’è Gianni???

Vorarlberg
06.08.2023 14:15

Ja wo ist er denn? „Krone“-Autor Harald Petermichl hat FIFA-Präsident Gianni Infantino bei den meisten Spielen der Frauen-WM in Australien und Neuseeland schmerzlichst vermisst. In der neuesten Ausgabe seiner Kolumne „Ach, übrigens...“ macht er sich darum auf die Suche nach dem Wahl-Qatarer. Und findet ihn in der Südsee wieder...

Es dürfte sich um eine der meistgebrauchten Wendungen im österreichischen Tourismus-Sprech handeln, obwohl sich an der Frage ihrer Originalität die Geister scheiden. Die Rede ist von „lädt zum Verweilen ein“, denn das tut nach Auskunft der jeweils zuständigen Fremdenverkehrsämter so gut wie alles. Seien es „liebevoll gestaltete Ruheoasen“ in der Gartenstadt Tulln oder das Klostercafé Maria Stern Gwiggen, sei es der neu gestaltete Hauptplatz von Traiskirchen oder ein Selbstversorgerhaus am Dorfeingang von Sibratsgfäll - alle laden sie zum Verweilen ein. In Sibratsgfäll lädt man allerdings nicht, sondern „ladet“, vermutlich um internationale Gäste nicht mit Umlauten zu verwirren. Auf den touristischen Websites Australiens und Neuseelands fehlt diese Redewendung aber komplett und das könnte die Antwort auf die zuletzt häufig gestellte Frage „Dov’è Gianni?“ sein.

Wahl-Qatarer auf Tahiti statt bei der WM
Denn seit gut 14 Tagen wird in Down Under bekanntlich der FIFA Women„s World Cup ausgetragen und mal abgesehen von den ersten beiden Spieltagen fällt auf, dass der Chef des Ganzen, Gianni Infantino, vorwiegend durch Abwesenheit glänzt, weil er sich, glaubt man seinem Account auf Twitter (das jetzt “X" heißt, so wie Raider irgendwann plötzlich Twix hieß) auf Tahiti aufhält, wo vermutlich der Fautaua Wasserfall, die Wassergärten von Vaipahi oder irgendwelche Hinterzimmer von milliardenschweren Unternehmen zum Verweilen einladen.

Nicht dass der Herr einem ernsthaft fehlen würde, aber wenn man sich an den Adventscup erinnert, wo der Wahl-Qatarer bei so gut wie jedem Match im Dauer-Small-Talk-Modus in der VIP-Lounge fläzte, ist das ein wenig irritierend.

Nichts anderes als ein Affront
Wäre der Frauenfußball dem Herr Präsidenten tatsächlich ein Herzensanliegen, müsste er sich jetzt ob des Verpassens zahlreicher mehr als sehenswerter Begegnungen recht grämen; da dies zum Glück aber nicht der Fall ist, wird er wohl noch ein wenig länger verweilen, sofern er nicht gestern, rechtzeitig zum Beginn der Knockout-Runde zurückgekehrt sein sollte. Bis zum 20. August hat er noch 16 Möglichkeiten, um sich auf der Tribüne blicken zu lassen und wird beim Finale sicher präsent sein und auf die für ihn unermessliche Bedeutung des Frauenfußballs hinweisen. Da seine Dauerabwesenheit aber als nichts anderes denn als Affront zu werten ist, wäre es nicht schlecht, wenn diejenige Spielerin, die am 20. August die aus dem Hause „Sawaya und Moroni“ stammende Trophäe glücklich in Empfang nehmen wird, ihm ein paar Takte dazu sagen würde. Ob’s was nützen täte? Tja…

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