Mo, 20. August 2018

Berstendes Eis

22.12.2011 18:06

Nordkorea: "Sogar Natur trauert um verstorbenen Kim"

Nach dem Tod des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il trauert laut Staatsmedien nicht nur die gesamte Bevölkerung, sondern auch die Natur. Nachdem Kim am Samstagmorgen gestorben sei, seien dicke Eisschichten auf dem See (Bild re.) des als heilig verehrten Bergs Paektu mit einem ohrenbetäubenden Lärm geborsten, berichtete am Donnerstag die Nachrichtenagentur KCNA.

Demnach habe der Himmel über dem Berg kurz vor Kims Ableben rot geschimmert. Sodann sei das Eis gebrochen, was geklungen habe, "als seien Himmel und Erde erschüttert worden". Zudem sei auf dem Berg eine Botschaft zu lesen gewesen, die Kim auf den Felsen hinterlassen habe: "Paektu, heiliger Berg der Revolution. Kim Jong Il."

Der Paektu wird von Süd- wie Nordkoreanern nicht nur als heiliger Berg verehrt, im stalinistisch geprägten Nordkorea gilt er auch als Symbol der Herrscherfamilie. So war Kim nach der offiziellen Legendenbildung 1942 auf dem Paektu geboren worden. Nach westlichen Quellen hingegen kam der spätere Diktator ein Jahr zuvor in einem sowjetischen Ausbildungslager im fernen russischen Osten zur Welt.

Gott-Status und übernatürliche Phänomene
Den 1994 gestorbenen Begründer der Familie und "ewigen Präsidenten" Kim Il Sung und dessen Sohn umgab und umgibt noch immer ein gottgleicher Status. Dieser wird von den Staatsmedien durch die Beschreibung diverser übernatürlicher Phänomene unterstützt, die beide schon seit der Geburt begleitet haben sollen.

Kim Jong Il, der den bizarren Personenkult von seinem Vater übernommen und das Land 17 Jahre lang mit eiserner Faust regiert hatte, war nach offizieller Darstellung am Samstag im Alter von 69 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. Sein jüngster Sohn, Kim Jong Un, den er schrittweise auf die Nachfolge vorbereitet hatte, soll nun als "großartiger Nachfolger" die Kim-Dynastie fortsetzen.

"Ein Meer von bitterlich weinenden Menschen"
Am Mittwoch waren auf Fernsehbildern Menschen zu sehen, die ob des Todes von Kim Jong Il von Trauer überwältigt schienen. Trotz eisiger Temperaturen suchten sie einen schneebedeckten Park auf, um Blumen für Kim niederzulegen, unter dessen Herrschaft bei einer katastrophalen Hungersnot in den 90er-Jahren Hunderttausende Menschen starben. Es habe "ein Meer von bitterlich weinenden Menschen" in Pjöngjang gegeben, berichtete KCNA.

Kims Leichnam ist derzeit in einem Glassarg im Kumsusan-Palast in der Hauptstadt Pjöngjang aufgebahrt und von sogenannten Kimjongilia-Blumen umringt, die nach ihm benannt wurden. Sein Nachfolger Kim Jong Un war am Mittwoch weinend und mit gerötetem Gesicht im Fernsehen zu sehen, als er vor dem Sarg stand und verstörten Menschen die Hände schüttelte.

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