Mi, 22. August 2018

Pärchen attackiert

20.12.2011 08:35

Messerstecher erneut aus Grazer Klinik geflüchtet

Bereits zum zweiten Mal innerhalb von nur zweieinhalb Monaten ist am Montag ein Messerstecher aus der Grazer Landesnervenklinik Sigmund Freud geflüchtet. Der 25 Jahre alte Mann entkam erneut durch ein Fenster. Er konnte am späten Abend in Judenburg festgenommen und in die Klinik zurückgebracht werden. Der Mann wird in die Justizanstalt Wien-Josefstadt verlegt.

Eingewiesen war der 25-Jährige worden, weil er Mitte September ein junges Pärchen mit einem Messer attackiert hatte. Ein 17-Jähriger und seine Freundin waren damals in der Alten Poststraße in Graz unterwegs, als es zu einem Wortwechsel mit dem 25-Jährigen kam. Der Grazer zückte daraufhin ein Messer und stach dreimal auf den Schüler ein, bevor er die Flucht ergriff. Der 17-Jährige wurde schwer verletzt.

Der Polizei gelang es, den mutmaßlichen Täter, der in der Nähe des Tatorts wohnte, nach wenigen Tagen auszuforschen. Bei seiner Festnahme verlautete die Polizei, dass der allein lebende Mann unter psychischen Problemen leiden dürfte. Er wurde in die Nervenklinik überstellt.

Nach erster Flucht freiwillig zurückgekehrt
Anfang Oktober konnte der 25-Jährige erstmals fliehen (siehe auch Bericht in der Infobox), auch da über ein Fenster im ersten Stock des Gebäudes. Am Abend desselben Tages kehrte er freiwillig zurück. Er gab an, spazieren gewesen zu sein, hieß es damals von der Polizei.

Ob er diesmal ebenfalls freiwillig zurückgekehrt wäre, darf bezweifelt werden, da der Mann sich bereits in Judenburg befand, als er nach einem Hinweis aus der Bevölkerung am späten Montagabend festgenommen wurde. Seit kurz nach Mitternacht befindet er sich wieder in der Klinik, wie die Polizeiinspektion Kärntner Straße in Graz mitteilte. Allerdings wird er dort nicht lange bleiben.

25-Jähriger wird in Justizanstalt Wien-Josefstadt verlegt
Nach der erneuten Flucht des Mannes sei nun erkannt worden, dass es "unter den Bedingungen unseres Hauses nicht möglich ist, ihn zu halten", so Michael Lehofer, Leiter der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie. Die Landesnervenklinik Sigmund Freud sei "letzten Endes ein Krankenhaus", in der Justizanstalt Josefstadt könne den erhöhten Sicherheitsaspekten Rechnung getragen werden.

Man habe daher mit der Justiz Kontakt aufgenommen und die verbindliche Zusage erhalten, dass der Mann demnächst in die Justizanstalt gebracht werde, so der Primar. Dort werde seine Behandlung fortgesetzt. "Wir haben alles gemacht, was wir tun konnten, und die Behandlungsfortschritte seien zufriedenstellend gewesen", so Lehofer. Man habe laufend eine Gefährlichkeitsprognose erstellt, so der Primar. Diese habe ergeben, dass der junge Mann "derzeit nicht gefährlich" sei.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Steiermark
Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.

Nachrichten aus meinem Bundesland
Die Bekanntgabe Ihres Bundeslandes hilft uns, Sie mit noch regionaleren Inhalten zu versorgen.