Der Wimbledon-Besuch von Königin Camilla war eine Achterbahnfahrt der Gefühle ...
... aber nicht, weil niemand vor ihr geknickst oder das Haupt gebeugt hat, wie man es erwarten würde, wenn die Frau des britischen Königs zu Gast ist.
Angespannter Gesichtsausdruck
Fotos, die Camilla mit angespanntem Gesichtsausdruck in der berühmten Royal Box von Wimbledon zeigen, täuschen da nämlich.
Es waren mehr Ausdrücke, die sich auf das Spiel bezogen. Der Nachmittag auf der Tribüne des berühmtesten grünen Rasens der Welt war tatsächlich höchst vergnüglich für die Königin.
Längst abgeschafft
Die 75-Jährige genoss den Ausflug mit ihrer um ein Jahr jüngeren Schwester Annabel Elliot und plauderte angeregt mit dem Wimbledon-Vorsitzenden Ian Hewitt.
Dass sich die Spieler und Spielerinnen nicht vor ihr verbeugt haben, war ihr egal und auch gar nicht vorgesehen. Denn eine solche Regel gibt es schon lange gar nicht mehr.
Schon im Jahr 2003 wurde auf Wunsch des Herzogs von Kent, des damaligen Präsidenten des Clubs, beschlossen, dass es an der Zeit sei, die Tradition der Verbeugung oder Knicksens vor Mitgliedern der königlichen Familie beim Betreten oder Verlassen des Centre Courts aufzugeben.
Die Regel wurde dahingehend geändert, dass die Regel nur noch galt, wenn Königin Elizabeth und der damalige Prinz Charles - die Herrscherin und ihr Nachfolger - anwesend waren.
„Keine verbindlichen Verhaltensregeln“
Heutzutage ist nicht einmal mehr das nötig. Denn auch abseits des Centre Courts muss niemand vor dem König oder Königin in Ehrerbietungshaltung gehen, wenn er dies ablehnt.
Auf der Website der königlichen Familie heißt es dazu: „Es gibt keine verbindlichen Verhaltensregeln, wenn man die Königin oder ein Mitglied der königlichen Familie trifft, aber viele Menschen möchten die traditionellen Formen einhalten. Für Männer ist dies eine Verbeugung im Nacken (nur vom Kopf aus), während Frauen einen kleinen Knicks machen. Andere ziehen es vor, sich einfach auf die übliche Weise die Hand zu geben.“
Die Wimbledon-Teilnehmer und Teilnehmerinnen entscheiden somit nach eigenem Ermessen, ob sie sich vor einem Mitglied des Königshauses verbeugen oder knicksen.
Royal-Experten haben mittlerweile auch eine kleine Aufregung der letzten Tage richtiggestellt. Es sei dem US-Präsidenten Joe Biden durchaus gestattet gewesen, König Charles amikal auf den Rücken zu fassen. Als Staatsoberhaut stünden die beiden sowieso auf einer Stufe und es gebe dazu keinerlei Protokoll oder unausgesprochene Regel. Außerdem hätte der König die freundschaftliche Geste nicht als unangenehm empfunden und sich sehr locker mit dem US-Präsidenten gezeigt.
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