Weg aus Krise?
Ägypten: ElBaradei will Übergangs-Premier werden
In Gesprächen mit Gegnern des Militärs sei die Bildung einer Übergangsregierung bis zu Präsidentschaftswahlen als einzig gangbarer Weg aus der Krise genannt worden, erklärte das Wahlkampfteam des Friedensnobelpreisträgers. Die Präsidentschaftswahlen sind bis Ende Juni geplant.
Besondere Vollmachten als Bedingung
ElBaradei hatte sich zuvor mit dem Chef der Militärrates, Hussein Tantawi, getroffen. ElBaradei sei aber nur unter der Bedingung bereit, dass seine Regierung mit besonderen Vollmachten ausgestattet werde, um die Übergangsphase zu überstehen, wieder für Sicherheit zu sorgen, die Wirtschaft anzukurbeln und die "Ziele der ägyptischen Revolution umzusetzen".
Bereits Anfang der Woche war aus ägyptischen Armeekreisen mitgeteilt worden, dass der Militärrat erwäge, ElBaradei zum neuen Regierungschef zu ernennen. Demnach steht auch der frühere Muslimbruder Abdel Monem Abul Fotuh für das Amt zur Debatte.
ElBaradei bei Demos in Kairo dabei
Am Freitag beteiligte sich ElBaradei an der Demonstration auf dem Tahrir-Platz in Kairo, bei der zehntausende Menschen den sofortigen Rücktritt des Militärrates und die Aufarbeitung des gewaltsamen Vorgehens der Sicherheitskräfte gegen die Proteste gefordert hatten. Er erschien mit einer ägyptischen Fahne um die Schultern zum Freitagsgebet.
Bei Straßenschlachten mit den Sicherheitskräften sind kurz vor dem für Montag angesetztem Beginn der Parlamentswahlen mehr als 40 Menschen getötet worden. Die Demonstranten kritisieren, dass der Übergang zur Demokratie und einer zivilen Regierung zu schleppend vorangehe.



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