06.11.2011 08:27 |

Vor Hinrichtung

US-Todeskandidat Skinner macht sich "keine Illusionen"

Wenige Tage vor seiner geplanten Hinrichtung macht sich der zum Tode verurteilte US-Häftling Hank Skinner nach Angaben seiner Ehefrau "keine Illusionen" über sein bevorstehendes Schicksal. Am Donnerstag hatte ein Gericht Skinner erneut die DNA-Tests verweigert. Seine Verteidigung beantragte daraufhin, die bereits für Mittwoch geplante Hinrichtung auszusetzen, um gegen die Entscheidung in Berufung gehen zu können.

Die französische Todesstrafengegnerin Sandrine Ageorges, die seit den 90er-Jahren mit Skinner verheiratet ist, erklärte am Samstag, ihr Mann gehe "trotz allem ganz gut mit der Situation um". Er gebe sich nicht der Illusion hin, dass sich "die Wahrheit durchsetzen" werde, schrieb Ageorges in einem E-Mail an die Nachrichtenagentur AFP. Sie selbst sei "realistisch und somit besorgt".

Verteidiger: "Countdown ein Ende setzen"
Ein Gericht hatte zuvor DNA-Tests mit der Begründung, es gebe keinen Hinweis darauf, dass Gentests den Todeskandidaten entlasten könnten, erneut abgelehnt. Skinners Anwälte beantragten daraufhin beim zuständigen Berufungsgericht im US-Bundesstaat Texas, die Hinrichtung auszusetzen. Anwalt Robert Owen forderte, das Gericht müsse "dem Countdown bis zur Hinrichtung" ein Ende setzen und der Berufung Skinners "alle Aufmerksamkeit schenken, die ihr gebührt".

Vergeblicher Appell an Perry
Der 49-Jährige soll am Silvestertag 1993 seine damalige Freundin und deren 20 und 22 Jahre alten Söhne in ihrem Haus getötet haben. Skinner gibt zu, zur Tatzeit im Haus gewesen zu sein, bestreitet aber bis heute die Tat. Die von ihm geforderten Gentests als Beweismittel hat die texanische Justiz seit mehr als einem Jahrzehnt immer wieder abgelehnt.

Zuletzt scheiterte auch ein Appell an den texanischen Gouverneur und ultrakonservativen Bewerber der Republikanischen Partei um die Kandidatur für die Päsidentschaftswahl im November 2012, Rick Perry (siehe Infobox).

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