Schattenwirtschaft

Argentinien: Inflationsrate auf 108,8% gestiegen

Ausland
13.05.2023 10:02
Porträt von krone.at
Von krone.at

In Argentinien ist die jährliche Inflationsrate wegen der anhaltenden und schweren Wirtschaftskrise auf sagenhafte 108,8 Prozent gestiegen. Allein im April stiegen die Verbraucherpreise um 8,4 Prozent, wie das Statistikamt INDEC in Buenos Aires am Freitag mitteilte.

Die Inflationsrate in dem südamerikanischen Land ist eine der höchsten der Welt. Um das Haushaltsdefizit zu finanzieren, druckt die Zentralbank ständig frisches Geld. Die Mitte-Links-Regierung von Präsident Alberto Fernandez hat mit zahlreichen Maßnahmen versucht, den Zufluss ausländischer Devisen anzukurbeln und die stetig schwächer werdende Landeswährung Peso zu stützen - bisher jedoch ohne Erfolg.

Aufgeblähter Staatsapparat, Schattenwirtschaft
Die zweitgrößte Volkswirtschaft Südamerikas leidet unter einem aufgeblähten Staatsapparat, geringer Produktivität der Industrie und einer großen Schattenwirtschaft, die dem Staat viele Steuereinnahmen entzieht. Eine historische Dürre hat die Lage in den vergangenen Monaten verschärft. Weil durch Ernteausfälle die Agrarexporte niedriger ausfallen als gewöhnlich, strömen nicht wie sonst beträchtliche Dollarsummen ins Land.

Erst im April hat die argentinische Zentralbank wegen eines gravierenden Devisenmangels einen Zahlungsaufschub für Dienstleistungen und Frachttransporte aus dem Ausland verkündet. Bis zum Jahresende seien Transaktionen im Wert von zwei Milliarden US-Dollar (rund 1,8 Mrd. Euro) ausgesetzt, teilten die Währungshüter vor knapp drei Wochen mit.

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