GUTEN MORGEN

Aufgeweckte Regierung | Kümmerliche Putin-Parade

„Regierung versagt bei Preissenkungen“ - die „Krone“-Schlagzeile nach dem total verhauten „Lebensmittel-Preisgipfel“ am Montag wurde gestern häufig zitiert und intensiv diskutiert. Dazu fragten wir dann auch noch unsere Leser und User via krone.at - „Die Regierung will nicht in Lebensmittelpreise eingreifen: Haben Sie dafür Verständnis?“ Das wenig überraschende Ergebnis: Fast keiner hat dieses Verständnis! Die harsche Kritik von Opposition, Gewerkschaft und Medien am bisherigen Regierungsversagen gegen die Teuerung hat die Koalitionäre nun scheinbar doch aufgeweckt: Gestern Abend sickerte durch, dass Kanzler Nehammer und Vize Kogler heute dem Ministerrat ein Maßnahmenpaket zur Teuerungsentlastung vorlegen wollen. Im Visier sein sollen dabei die Energiepreise, auch die Lebensmittelketten will man stärker in die Pflicht nehmen, hieß es. Da drängt sich schon die nächste Frage an die Leser auf: Glauben Sie, dass dieses Paket tatsächlich Wirkung zeigt?

Kümmerliche Putin-Parade. Er hat schon bessere Tage erlebt, der russische Kriegsherr, vor allem bessere Feiertage. Der 9. Mai - der große Heldentag in Russland, bisher stets mit Superheld Wladimir Putin an der Spitze. Gestern fiel dieser Feiertag mehr als kümmerlich aus. Denn die traditionelle Militärparade zum 78. Jahrestag des sowjetischen Siegs über Nazi-Deutschland wurde zur peinlichen Putin Show. Ein einziger armseliger T-34-Panzer wurde aufgeboten. Oder besser gesagt: War wohl nur aufbietbar. Die übliche Flugshow wurde gleich ganz abgesagt. Man geht davon aus, dass die russische Armee bereits am Zahnfleisch daherkommt. Was tun also mit dem so erfolglosen Kriegsherrn, der die Ukraine in wenigen Tagen einnehmen wollte? „Kann man mit ihm noch reden? Kann man mit einem Staatschef überhaupt noch vernünftig reden, geschweige denn verhandeln, der an seinem Nationalfeiertag 25 Raketen auf das Nachbarland abfeuern lässt; der bei seinem Angriffskrieg in der Ukraine die Verantwortung für ein Kriegsverbrechen nach dem anderen trägt; und der sich dann beschwert, dass ihm überall ,Russophobie´ (Angststörung bis zu Hass) entgegenschlägt?“, fragt sich - rhetorisch - „Krone“-Außenpolitikexperte Kurt Seinitz in seinem heutigen Kommentar. Schließlich sieht er das Auftreten des Kreml-Herrschers am gestrigen Feiertag als neuen Beweis „der blinden Ukraine-Besessenheit Putins“. Und diese stelle den Westen vor die Problematik, welcher Grad an Niederlage notwendig sei, damit ihm doch noch die Augen aufgehen. Ja, offensichtlich ist der Grad an Niederlage trotz der kümmerlichen Parade noch nicht tief genug…

Kommen Sie gut durch den Mittwoch!

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