Surreales Ereignis. Nein, dafür interessiere ich mich gar nicht - und dann schaut man doch hin. Selbst restlos überzeugte Republikaner können sich dem Sog so eines Großereignisses wie der Krönung von King Charles III nur schwer gänzlich entziehen. Noch dazu, wo die letzte britische Krönung auch schon wieder 70 Jahre zurückliegt. Und so berichten wir heute in der „Krone“ auch umfangreich über die Krönung in London. Über den dabei ein wenig blässlich wirkenden König, der während der Zeremonie nur einmal lächelte. Über die umso strahlendere Königin Camilla. Über Prinz Harry am Abstellgleis und den in Ungnade gefallenen Prinzen Andrew in der Robe der Ritter des Hosenbandordens. „Krone“-Grenzgänger Mark Perry, mit britischer und österreichischer Staatsbürgerschaft ausgestattet, schreibt, dass Charles die Hoffnung auf eine bessere (Um-)Welt aufkeimen lässt. Und unser „Krone“-Team in London, Clara Milena Steiner, Jörg Schwaiger und Markus Wenzel, findet: „Ganz egal, ob man die Royals anhimmelt oder belächelt - dass die Krönung von König Charles III ein historisches Ereignis ist, kann niemand leugnen.“ Was zähle, meint das Trio, sei „das Gemeinsame, der König, ein wenig Surrealität, bevor morgen wieder alles so ist wie immer.“ Stimmt - und auch wieder nicht so ganz: Denn die Krönungs-Nachfeierlichkeiten dauern noch an. Aber danach…
Kickl gewinnt. Der österreichische Alltag - er kann mit dem Krönungswochenende in Großbritannien nicht mithalten. Hier feiert derzeit nur einer - und der heißt Herbert Kickl. Denn wie begann der Mai? Mit einer „blauen“ Woche! Zwar sorgten die Roten rund um ihren Mai-Feiertag neuerlich mit dem sowohl Freund wie Feind längst nervenden parteiinternen Wahlk(r)ampf für Schlagzeilen. Zwar machte sich Türkis-Grün wieder durch interne Sticheleien bemerkbar - aber gewonnen hat wieder einmal Kickl. Am 1. Mai fiel er im Linzer Bierzelt mit wüsten Sprüchen auf. Da muss selbst der Salzburger ÖVP-Landeshauptmann Wilfried Haslauer, der gerade eine Koalition mit den Blauen aushandelt, im heutigen „Krone“-Interview gegenüber Conny Bischofberger gestehen, „dass der Auftritt von Herrn Kickl in Linz einfach unglaublich war, eigentlich grenzwertig“. Und der künftige Partner der Blauen fügt noch hinzu: „Das Problem der FPÖ ist Kickl mit seiner herabwürdigenden Tonalität.“ Nicht nur der Herr Landeshauptmann, auch Leserbriefschreiber beschäftigen sich in der „Krone“ wieder mit dem Ober-Blauen. Einer macht sich Sorgen, weil Kickl ganz offen dem ungarischen Staatschef Viktor Orbán huldigt. Ein anderer schlägt ihm vor, wenn er mit Orbán gegen die EU hetze, solle er gleich nach Ungarn auswandern. Faktum bleibt: Angesichts einer so schwachen Bundesregierung, der nicht nur gegen die würgende Teuerung nichts einfällt, gewinnt Kickl. Bisher sind es nur Landtagswahlen und Meinungsumfragen…
Kommen Sie gut durch den Sonntag!
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.