25 neue Waldaufseher

Erstmals ist ein Tiroler Schutzwald in Frauenhand

Tirol
05.05.2023 10:00

Eva-Maria Kirschner ist in 140 Jahren die erste Waldaufseherin in Tirol. Mit 24 Kollegen ist sie derzeit für unsere „grüne Lebensversicherung“ in Rotholz in Ausbildung. Anlässlich der „Woche des Schutzwaldes“ gaben Verantwortliche des Landes einen Einblick in aktuelle Herausforderungen.

Ein Schutzwald oberhalb von Buch, ein mit Sperren „gezähmter“ Wildbach - so sieht der typische Einsatzort der 25 Waldaufseher aus, die im nahen Rotholz in Ausbildung sind. Mittendrin Eva-Maria Kirschner aus Tarrenz. „Ich habe Rechtswissenschaft studiert, suche nun die Abwechslung“, verriet die Oberländerin. Sie wird sich bald in ihrem Heimatort um den Schutzwald kümmern.

Woche des Schutzwaldes
Dessen Bedeutung unterstrichen die Verantwortlichen des Landes beim Pressetermin anlässlich der österreichweiten „Woche des Schutzwaldes“ (8. bis 12. Mai). LHStv. Josef Geisler (ÖVP) sieht im Schutzwald die „wichtigste und günstigste Lebensversicherung“. Dieser Nutzen bedarf aber regelmäßiger Arbeit.

  • Umgang mit Naturereignissen: „Etwa ein Drittel der 1800 Ausbildungsstunden für Waldaufseher widmet sich den alpinen Naturgefahren, der Schadholzaufarbeitung und der Wiederbewaldung nach Katastrophen“, unterstrich Landesforstdirektor Josef Fuchs.
  • Kontrolle von Wildbächen: Die 237 Tiroler Waldaufseher begehen regelmäßig die rund 2300 Wildbäche. Rund 1000 gefährliche Abflusshindernisse wie Bäume werden gemeldet und entfernt. „Schäden an den rund 27.000 Schutzbauten werden inzwischen mit einer App dokumentiert“, sagte Gebhard Walter, Chef der Tiroler Wildbach- und Lawinenverbauung.
  • Baumvielfalt schaffen: Je bunter, desto stabiler. Nun ist man bei 60 Prozent Mischwald und nur mehr 40 Prozent reinen Fichtenbeständen angelangt. Letztere vertragen Trockenheit und Klimawandel schlechter als etwa Buche oder Lärche. 2,2 Millionen Pflanzungen sind heuer geplant, darunter eine Million im vom Borkenkäfer geplagten Osttirol.

Wie wichtig Waldpflege und Schutzbauten sind, betonte BM Marion Wex am Beispiel Buch: „Wir haben sieben Wildbäche, 1974 mussten Menschen vor dem Wasser aus dem 1. Stock flüchten.“ Inzwischen gab es Verbauungsmaßnahmen und der Ort könne sich weitgehend sicher fühlen. Das Herzstück der Sicherheit sei aber der intakte Wald.

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