Unglückspassage

Experte: “Busdach sollte es nicht herunterreißen”

Oberösterreich
18.10.2011 08:45
Die Erklärung für den Busunfall mit 36 Verletzten in Tschechien, bei dem ein Bus aus Aschach an der Donau in Oberösterreich wie eine Konserve aufgerissen wurde, dürfte simpel sein: "Die niedrige Bahnunterführung (im Bild im Hintergrund) ist schlecht markiert. Dazu dürfte menschliches Versagen kommen", so Fachleute. Ein Rätsel ist aber noch nicht entschlüsselt, denn: "Ein Busdach sollte es normal nicht herunterreißen."

Der Busaufbau ist eine versteifte Stahlkonstruktion, mit Holmen am Unterbau verbunden, und auch die Scheiben sind tragende Teile. "Sie zerbersten beim Anprall, irgendwann reißt der Holm", so Johann Sklona, Fachverbands-Chef der 245 Bus-Unternehmen in Oberösterreich. Zudem sorgt der Unfall für Aufregung in der ganzen Branche. "Denn der Bus ist eigentlich das sicherste Verkehrsmittel", bemerkte Robert Riedl von der WKÖ-Personenbeförderung.

Unterführung bei Busfahrern gefürchtet
Sklona war in Tschechien von Anfang an dabei, war Teil des Busunfall-Soforthilfe-Teams. Und ist sicher, dass es Glück war, dass das Dach abriss und nicht eingedrückt wurde. Die Unfallstelle ist bei oberösterreichischen Busunternehmen gefürchtet: "Es gab schon Meldungen, dass Fahrer gerade noch bremsen konnten. Die Unterführung ist schlecht beschildert, plötzlich ist sie da." Um diese Stelle zu entschärfen, wäre etwa eine Höhenkontrolle als billig umzusetzende Maßnahme vorstellbar.

Im AKH Linz werden noch zwei Patienten, die beim Unfall schwere Verletzungen erlitten hatten, betreut. Ob sie operiert werden müssen, ist noch nicht klar. Dass keiner der Businsassen – alle Arbeiter der Firma SST in Wilhering – beim Unfall getötet wurde, grenzt an ein kleines Wunder.

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