Stichwahl gewonnen
F: Hollande fordert Sarkozy für Sozialisten heraus
In seiner ersten Ansprache als französischer Präsidentschaftskandidat stellte Hollande am Sonntagabend drei Argumente in den Vordergrund: Glaubwürdigkeit, Respekt und Dialog. "Ich will der Kandidat des Respekts, des Dialogs und der Demokratie sein", betonte der 57-Jährige, der mit rund 56 Prozent der Stimmen im zweiten Durchgang der PS-Vorwahl zum Präsidentschaftskandidaten eingesetzt wurde, bei der Ansprache am Pariser Parteisitz. In der zweiten Runde der Vorwahl stimmten nach ersten Schätzungen drei Millionen Links-Wähler ab.
"Harter Kampf" gegen Konservative
Hollande rief in seiner ersten Wortmeldung als Präsidentschaftskandidat alle Sozialisten zur Einheit im "harten Kampf" gegen die regierenden Konservativen auf, "die alles tun werden, um die Macht zu bewahren". Der Sozialist verkündete, dem Präsidentenamt Glaubwürdigkeit verliehen zu wollen, sich für die Steuergerechtigkeit im Lande einzusetzen und der Jugend "die Hoffnung auf ein besseres Leben" geben zu wollen. "Ich will auf der Höhe der großen Erwartungen der Franzosen sein, die die Politik von Präsident Nicolas Sarkozy nicht mehr ertragen können", so Hollande.
Sarkozy für Regierungslager "natürlicher Kandidat"
Hollande war bei dem Vorwahlen zur Ernennung des Präsidentschaftskandidaten gegen fünf weitere Sozialisten angetreten. Die PS hatte erstmals überhaupt in ihrer Geschichte derartige Vorwahlen organisiert. Zur Abstimmung aufgerufen waren alle linksgerichteten Franzosen unabhängig davon, ob sie der PS angehören. Auf das konservativ-rechte Regierungslager übt der Erfolg der Vorwahlen Druck aus, selbst ein ähnliches Verfahren zu organisieren. Sämtliche Spitzenpolitiker haben allerdings bisher betont, dass man erst bei den übernächsten Wahlen 2017 darüber nachdenken werde. Für 2012 sei Sarkozy der "natürliche Kandidat".
Sarkozy-Wahlkampfauftakt nach EU-Gipfel in Brüssel
Der in einem Popularitätstief sitzende Sarkozy will nach Informationen der französischen Sonntagszeitung "Journal du Dimanche" nach der Bestimmung seines Herausforderers mit seinem eigenen Wahlkampf für eine Wiederwahl beginnen. Das Blatt berichtet, er wolle sich nach dem EU-Gipfel in Brüssel am 24. Oktober in einer einstündigen Sondersendung an die Nation wenden. Dabei werde es am Vorabend des G20-Gipfels in Cannes vorrangig um die Finanzkrise und die Aktionen Frankreichs auf dem internationalen Parkett gehen.
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