Eine Kolumne von „Salzburg-Krone“-Chefredakteur Claus Pándi.
Billige Pointen sollten in politischen Kolumnen tunlichst vermieden werden. Bei dem Bild oben kommt man aber an dem Vergleich der in Hassliebe verbundenen Romanfiguren „Don Camillo und Peppone“ schwer vorbei.
Nun: Kay-Michael Dankl ist kein kommunistischer Bürgermeister aus der Emilia-Romagna und Wilfried Haslauer kein schlitzohriger Dorfpfarrer im bitterarmen Italien der Nachkriegszeit.
Das gestern im Chiemseehof entstandene Foto erweckt allerdings den Eindruck, dass sich der Kommunist und der unter dem Kruzifix sitzende Landesfürst prächtig amüsieren. Die Szenerie entbehrt auch nicht einer gewissen Komik.
Hinter dem vordergründigen Witz verbergen sich aber durchaus ernst zu nehmende Botschaften. Zum einem kann Haslauer der KPÖ vielleicht sogar eine kleine Spur dankbar sein. Wer weiß, wie stark die Freiheitlichen geworden wären, hätte Dankl nicht überraschend viele Protestwähler in sein Lager ziehen können? Sein Wahlergebnis zeigt, dass man auch mit einer historisch mehr als schlecht beleumundeten Parteimarke Erfolg haben kann, wenn man ohne Hassparolen auf die sanfte Tour um Stimmen wirbt. Dazu kommt, dass Kay-Michael Dankl ein gebildeter Mann mit gepflegter Ausdrucksweise und erstklassigen Manieren ist. Haslauer weiß so etwas bekanntlich zu schätzen. Er wäre wohl froh, wenn manche von der jahrelangen Nähe zur Macht berauschten Leute in seinem engsten Parteiumfeld die Umgangsformen eines Dankl hätten. Von einigen jetzt nach einem Platz in der Regierung und nach Einfluss strebenden politischen Mitbewerbern erst gar nicht zu reden.
Das Bild der heiteren Freundlichkeit zwischen Haslauer und Dankl zeigt zudem, dass selbst durch unüberwindbare ideologische Gräben getrennte Menschen einander mit Respekt begegnen können.
Man stelle sich kurz vor, was in diesen außerordentlichen Zeiten alles an Koalitionen möglich wäre, hätten die Grünen ein Talent wie Dankl nicht vergrault. Oder wenn die auf persönlicher Ebene zerstrittene und politisch in unterschiedliche Lager zerfallende SPÖ einen Mann wie ihn an der Spitze hätte.
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