Seit Sonntag haben sich die Salzburger Kommunisten verdoppelt. Ständig melden sich Interessenten bei der künftigen Landtagspartei per Mail. Neunzig neue Aktivisten sind seit Sonntag dazugekommen. Die kann die Partei auch brauchen, gilt es doch einen Klub auf die Beine zu stellen.
Ganz glauben können die Kommunisten es selbst noch nicht, was ihnen am Sonntag gelungen ist. „Nie hätte ich das gedacht. Auch wenn der Zuspruch sehr positiv war“, meint Sara Sturany vor dem Volksheim, der KPÖ-Plus-Zentrale. Während die Listensechste das sagt, nicken ihre Genossen Dina Eggerth und Jakob Hundsbichler dezent.
Viel Zeit, um sich vom Klinkenputzen zu erholen und das Ergebnis zu feiern, nahmen sich die Kommunisten nicht. Schon am Montag tauschten sie die Plakate und Banner vor dem Volksheim aus.
„Wir haben bei der Wahlparty schon um Mitternacht zugesperrt, weil wir einfach alle so müde waren“, lässt Sarah Pansy die „Krone“ schmunzelnd wissen. Die Bundessprecherin der KPÖ rutschte auf Listenplatz 4 unerwartet deutlich in den Salzburger Landtag. „Dass wir Klubstatus erreichen, konnte niemand ahnen“, so Pansy.
Seit Sonntag 90 neue Aktivisten für die KPÖ
An potenziellen Kandidaten für die Jobs im Hinterzimmer des künftigen Landtagsklubs dürfte es nicht mangeln. „Mein Email-Postfach geht über. Seit Sonntag haben sich 80 oder 90 neue Aktivisten bei uns gemeldet“, ist Spitzenkandidat Kay-Michael Dankl baff. Sie alle wollen der Partei ehrenamtlich helfen. „Dass die Stimme eben nicht vergeben war, hat sicher viele motiviert“, ist sich Kay-Michael Dankl sicher. Gute Köpfe für den Klub im Landtag zu finden, dürfte da nicht schwerfallen.
Als die „Krone“ Dankl am Dienstag erreicht, wirkt er außer Atem. „Ich bin gerade mit einem Workshop im Museum fertig geworden. Der war seit Wochen geplant“, erklärt der studierte Historiker, der neben seiner Arbeit im Gemeinderat als Museumsführer arbeitet. Parallel dazu klingelte sein Handy permanent. „Aktuell habe ich mehr als 60 Anrufe am Tag. Etwa von Medien aus Frankreich und Deutschland“, gibt Dankl zu Protokoll. Zeit, an die eigene Zukunft zu denken, blieb da bisher noch nicht. „Wir alle müssen mit unseren Arbeitgebern sprechen. Ich hoffe aber, dass ich zumindest ab und zu eine Führung im Museum geben kann. Das würde mir sehr fehlen.“
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