AKW-Ausstieg

Rüge aus Oberösterreich für Bayerns „Atomfreund“

Oberösterreich
16.04.2023 16:30

„Deutschland steigt aus der Atomkraft aus, ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu mehr Sicherheit und erneuerbarer Energieversorgung. Umso befremdlicher sind die Forderungen des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, der weiter auf Atomkraft setzen will“, rügt Umweltlandesrat Stefan Kaineder (Grüne). 

Kaineder sehe hier auch die OÖVP als Schwesterpartei von Söders CSU und LH Stelzer gefordert, dem bayerischen Kernkraftfreund die klare oberösterreichische Haltung gegen Atomkraft zu vermitteln. Denn die Atomindustrie blockiere mit utopischen Versprechungen die Energiewende. „Die deutschen AKW müssen nun schnell und sicher zurückgebaut werden, um das Kapitel Atomkraft zu beenden“, fordert Kaineder zudem.

Deutschlands Ausstieg ist nicht genug
„Die Abschaltung wird das Atomrisiko an unserer Grenze reduzieren und dennoch müssen wir weiterkämpfen“, meint Kaineder: „In der Ukraine stehen Panzer vor Atomkraftwerken und Länder wie Frankreich und Polen setzen massiv auf Atomkraft. Analysen zufolge hat die Atomkraft in Deutschland bereits im vergangenen Winter keine wesentliche Rolle mehr gespielt. Es ist davon auszugehen, dass durch den Ausbau der Erneuerbaren die Strompreise sinken, denn Sonne und Wind werden kostenlos und frei Haus geliefert.“

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Atomkraft war noch nie wirtschaftlich, die Reaktoren betriebsbereit zu halten kostet sehr viel Geld. Gleichzeitig sind die Reaktoren so unsicher wie nie, denn wegen des anstehenden Ausstiegs wurden die vorgeschriebenen Sicherheitsüberprüfungen seit drei Jahren überzogen. Deshalb ist es höchste Zeit, den AKW endlich den Stecker zu ziehen!

Landesrat Stefan Kaineder (Grüne)

Rückbau von Isar 2 dauert 17 Jahre
Und nun? Fünf Jahre hat der Bau des AKW Isar 2 gedauert, 17 Jahre nimmt man für den Rückbau an, eine Generationenaufgabe bei gleichzeitig ungelöster Endlagerfrage. Über 1 Milliarde Euro pro Reaktor werden für den Rückbau veranschlagt. In Deutschland wird von der zuständigen Bundesgesellschaft für Endlagerung erst Ende des Jahrhunderts mit einem Endlager gerechnet, zuvor steht die hochstrahlende Fracht in oberirdischen Betonhallen.

Atommüll bleibt eine „ewige“ Gefahr
Die Menge an abgebrannten Brennelementen wird in Deutschland auf rund 10.500 Tonnen geschätzt. Eine Kommission hat die gesamten Entsorgungskosten für Deutschland 2016 auf rund 48,8 Milliarden Euro kalkuliert (mit Preisen von 2014). Ein Endlager in Deutschland gibt es noch nicht. In einer Broschüre für das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung heißt es, dass in Deutschland ein bis zwei Generationen von der Atomenergie profitiert hätten. Endlager beträfen das Leben von mehr als 33.000 künftigen Generationen. (Seit Christi Geburt sind 70 Generationen vergangen).

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