1975 gab es 54.627 angemeldete Pkw in der oberösterreichischen Landeshauptstadt - seither ist die Anzahl der Fahrzeuge nahezu Jahr für Jahr gestiegen. Bis jetzt! Denn erst zum zweiten Mal in den letzten 47 Jahren ist sie 2022 gesunken.
Auch wenn die sinkenden Zahlen mitunter auf den Rückgang bei der Neuwagenproduktion, der Treibstoffkosten-Explosion und natürlich die Pandemie zurückzuführen sind, ist es schon durchaus bemerkenswert, dass in Linz erstmals seit 20 Jahren weniger Autos als im Jahr davor angemeldet wurden. Dies ist seit dem Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1975 überhaupt erst das zweite Mal der Fall.
Seit 1975 hat sich Anzahl fast verdoppelt
Damals zählte man noch 54.627 Pkw in der Stadt. Sieben Jahre später waren es schon 10.000 mehr. 1992 waren erstmals über 80.000 Autos mit Linzer Kennzeichen unterwegs, und 2014 erreichte man schließlich die 100.000er Marke. Während danach Jahr für Jahr im Schnitt zwischen 500 und 1000 Autos dazukamen, waren es 2022 um 355 weniger als noch im Jahr davor. „Wenn der Zuzug immer stärker wird, ist klar, dass auch die Zahl der Autos steigt“ - scheinbar ist diese These, welche die Linzer Stadtpolitiker in der Vergangenheit gerne anwendeten, wenn es Kritik für einen erneut ansteigenden Pkw-Bestand hagelte, überholt.
Jedes Auto weniger in der Stadt bedeutet auch eine Reduzierung des Staus in der Stadt. Wir gehen deshalb unseren Weg des Ausbaus der sanften Mobilität, also des öffentlichen Verkehrs sowie der Radinfrastruktur, konsequent weiter.
Martin Hajart, Linzer VP-Stadtvize und Mobilitätsreferent
„Internationaler Trend, der in Linz ankommt“
Zuletzt war der Zuzug stetig steigend. Wenngleich er – auf die letzten 20 Jahre gesehen – ein wenig hinterherhinkt. Denn während die Anzahl der Autos seit 2003 um 19,1 Prozent gestiegen ist, beträgt das Bevölkerungsplus seitdem lediglich 14,3 Prozent. VP-Mobilitätsreferent Martin Hajart sieht’s positiv: „Die Zahlen zeigen, dass der internationale Trend, in der Stadt eher auf das Auto zu verzichten, auch in Linz ankommt. Das ist gut so, denn jedes Auto weniger ist nicht nur aus Gründen des Klimaschutzes wichtig, sondern vor allem auch aus Mobilitätsgründen. Wir hoffen, dass der erstmalige Rückgang kein Ausreißer ist, sondern ein nachhaltiger Trend.“
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