Abschüsse gefordert

Alarm wegen der vielen Wildschäden in Wäldern

Oberösterreich
03.04.2023 18:00

Die heimischen Wälder klimafit zu machen, ist eine Mammutaufgabe, die den Forstwirten derzeit alles abverlangt. Experten der Landwirtschaftskammer OÖ schlagen diesbezüglich nun Alarm: Enorme Verbissschäden durch Rehe würden die Anstrengungen teils völlig zunichte machen. 

Die Wildschadensberatung stehe nahezu im Dauereinsatz, stoße aufgrund der großen Menge inzwischen an ihre Grenzen. „Unsere Kapazitäten lassen nicht zu, die Schäden flächendeckend in ganz Oberösterreich zu erheben“, erklärt Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Waldenberger. Und appelliert mit Nachdruck an die Jägerschaft, ihre Abschusszahlen deutlich zu erhöhen: „Wenn die Büchse nicht ausreichend eingesetzt wird, kann der Waldumbau nicht funktionieren.“

Bis zu 50 Prozent mehr Abschüsse
Der Wildbiologe Wolf Dietrich Schlemper, der als Schadensberater im Einsatz ist, ortet bei den Schalenwildbeständen das größte Problem: „Sie sind schlichtweg vielfach zu hoch, um einen klimafitten Wald zu bekommen.“ Das werde bei Vergleichsflächen deutlich: Dort, wo Jungpflanzen eingezäunt sind, funktioniere der Waldumbau meist, während daneben oft alle Triebspitzen abgefressen werden. „Wir müssen mehr Rehe erlegen, sonst schaffen wir es nicht“, meint Schlemper.

Er fordert je nach Reviergröße zwischen 10 und 50 Prozent mehr Abschüsse sowie ein Überdenken althergebrachter Fütterungsgewohnheiten. Bei zwei Drittel der Reviere bestehe in seinen Augen ein Handlungsbedarf.

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Die Problemzonen werden leider immer größer. Von 500 genossenschaftlichen Jagdgebieten sind inzwischen zwei Drittel betroffen.

Wolf Dietrich Schlemper, Wildbiologe und LK-Schadensberater

„Wir sind Teil der Lösung und nicht des Problems. Seit einem Jahr ist die Situation auch bei allen Jagdleiterbesprechungen Thema“, versichert Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner. Unter den 20.350 Jägern in Oberösterreich gebe es 7500, die selbst Waldeigentümer seien: „Wir sitzen im selben Boot.“ In manchen Revieren werde es auch Bestandsanpassungen geben, bei 80 Prozent der genossenschaftlichen Jagden werde jedoch gut gearbeitet.

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