Sa, 18. August 2018

Wieder freigelassen

25.09.2011 15:11

Verhafteter Berliner gesteht Schüsse vor Papstmesse

Am Samstag hatte kurz vor der Messe von Papst Benedikt XVI. in Erfurt ein Zwischenfall mit einer Luftdruckwaffe für Aufregung gesorgt. An einer Kontrollstelle im erweiterten Sicherheitsgürtel der Innenstadt schoss ein Mann vier Mal auf zwei Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsunternehmens. Verletzt wurde niemand. Der mutmaßliche Täter wurde verhaftet, befindet sich nun aber wieder auf freiem Fuß, nachdem er die Tat gestanden hat.

Die Schüsse waren zwischen 7.00 und 7.30 Uhr aus dem Fenster einer Wohnung abgegeben worden, die einige hundert Meter vom Domplatz entfernt liegt. In der Nähe war eine der Kontrollstellen, die Pilger auf dem Weg zur Messe passieren sollten. Der Schütze war in der Wohnung angeblich zu Gast. Er wurde noch am Samstag festgenommen.

Bei dem 30-jährigen Berliner wurden ein Luftgewehr und eine Luftdruckpistole sichergestellt. Gegen ihn werde wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt, sagte der Polizeisprecher. Vorbestraft sei der Mann nicht.

Die Schüsse sollen einer Frau und einem Mann gegolten haben, die nahe der Wohnung von dem Sicherheitsdienst eingesetzt waren. Sie berichteten, dass sie an Hosenbein und Jacke Einschläge von Geschossen gespürt hatten. Ihre Kleidung habe sie jedoch vor den Diabolo-Geschossen - speziellen Luftdruck-Projektilen - geschützt.

Papst bekam von den Schüssen nichts mit
Wegen der Heiligen Messe mit etwa 28.000 Gläubigen hatte es hohe Sicherheitsvorkehrungen in der Thüringer Landeshauptstadt gegeben. Während und im Umfeld der Messe mit Benedikt XVI. war von dem Vorfall nichts zu bemerken.

Unfall mit Traktor – Fünf Pilger verletzt
Am Rande der Visite in Thüringen war es bereits am Freitagabend zu einem Zwischenfall gekommen. Fünf Pilger wurden verletzt, die sich im Anhänger eines Traktors auf dem Weg zur Papstmesse in Etzelsbach befanden. Auf dem unwegsamen Gelände im Eichsfeld sei das Gespann umgekippt. Eine Mutter und ein vier Monate alter Säugling erlitten nach Polizeiangaben dabei schwere, drei andere Personen leichte Verletzungen.

Papst in Freiburg empfangen
Am Samstagnachmittag wurde das Kirchenoberhaupt schließlich von 24.000 begeisterten Menschen mit "Benedetto"-Rufen und weiß-gelben Fähnchen auf der letzten Station seiner Deutschland-Reise in Freiburg empfangen. Der 84-Jährige fuhr im Papamobil durch eine von Menschen gesäumte enge Gasse zum Münster. Durch die offenen Seitenfenster winkte er den Gläubigen zu.

Nach einem kurzen Rundgang durch das 1513 fertiggestellte Gotteshaus und einem Gebet richtete Benedikt XVI. vor dem Westflügel ein Grußwort an 3.000 ausgewählte Bürger.

Treffen mit Altkanzler Helmut Kohl
Anschließend empfing der Papst den früheren deutschen Bundeskanzler Helmut Kohl. Benedikt (84) und der 81 Jahre alte Kohl kamen im Priesterseminar der Erzdiözese Freiburg zu einem 25 Minuten dauernden Gespräch zusammen. Begleitet wurde der im Rollstuhl sitzende Kohl von seiner zweiten Ehefrau Maike Kohl-Richter. Das Gespräch fand hinter verschlossenen Türen statt.

"Es war der Wunsch des Heiligen Vaters, dem Kanzler der Einheit zu begegnen", sagte der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Freiburgs Erzbischof Robert Zollitsch. Der Papst habe schon früh bei den Planungen seiner Deutschlandreise diesen Wunsch geltend gemacht. Mit dem Treffen würdige der Papst die Leistung des Altkanzlers für die Deutsche Einheit und für Europa.

Abendgebet mit 30.000 Jugendlichen
Zum Abschluss seines dritten Besuchstags in Deutschland hielt der Papst dann mit fast 30.000 Jugendlichen ein Abendgebet in Freiburg ab. Tausende Kerzen verwandelten das Messegelände bei der Gebetsvigil in ein Lichtermeer. Von den Jugendlichen wurde das Oberhaupt der katholischen Kirche bei der Ankunft im Papamobil auf dem Areal im Westen der Stadt jubelnd empfangen. Sie hatten sich dort zum Teil schon Stunden vorher mit Musik und Gesängen auf die Feier mit dem Papst eingestimmt.

In seiner Ansprache sagte der Papst, bei der Vigilfeier werde die Feier der Osternacht nachgeahmt. "Eine winzige Flamme verbreitet sich im Kreis vieler Lichter und erhellt das dunkle Gotteshaus." Darin zeige sich das Geheimnis des christlichen Glaubens. Es sei Christus, der das Leben zum Leuchten bringe. Die Jugendlichen forderte er auf: "Lasst es zu, dass Christus in Euch brennt, auch wenn das manchmal Opfer und Verzicht bedeuten kann." In diesem Zusammenhang warnte der Papst die jungen Menschen zugleich vor "Schwerfälligkeit, das Gute zu wollen und zu tun".

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