Weil Eis schmilzt
Russland verstärkt im Kampf um Arktis seine Grenztruppen
"Früher war unsere Staatsgrenze durch Eis und harsches Klima gesichert", sagte Sonderbotschafter Anton Wassiljew in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der Agentur Interfax. Tatsächlich ist das Meereis in der Arktis im heurigen Sommer auf ein neues Minimum zusammengeschmolzen, wie die Universität Bremen erst kürzlich mitteilte (siehe Infobox).
Russland, das von sich selbst als "Führer in der Arktis" spricht, beansprucht die Hälfte der Arktis für sich. In der Region lagern unter anderem riesige Mengen Öl und Gas, die durch die Eisschmelze leichter zugänglich werden. Moskau will beweisen, dass der Meeresboden in der Arktis eine natürliche Verlängerung des russischen Festlandes sei. Dann dürfte Russland nach internationalem Recht dort Rohstoffe abbauen. Moskau hat in der Vergangenheit stets betont, seine Ansprüche auf die Bodenschätze im Eismeer notfalls militärisch durchzusetzen.
Moskau lehnt NATO-Truppen in der Region ab
Russland müsse auch die Schiffe in der Nordostpassage im Polarmeer schützen können, sagte Sonderbotschafter Wassiljew. Da der Seeweg entlang der Nordküste Europas und Asiens nun weitaus häufiger eisfrei sei, nutzten nun auch mehr Schiffe die Strecke. Zugleich lehnte Wassiljew eine Stationierung von NATO-Truppen in der Region scharf ab: "In der Arktis brauchen wir keine Präsenz militärisch-politischer Blöcke."
Zu der Konferenz "Dialograum Arktis" in der nordrussischen Stadt Archangelsk wird auch Regierungschef Wladimir Putin erwartet. Im Mittelpunkt stünden die Sicherheit und der Ausbau von Transportwegen, kündigte Wassiljew an. Eingeladen seien auch Politiker und Wissenschaftler der Mitglieder des Arktischen Rates - USA, Kanada, Dänemark, Norwegen, Schweden und Island.
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