Um Abbrech-Quoten an Hochschulen im IKT-Bereich entgegenzuwirken und mehr jüngere Menschen für die IT zu begeistern wird an eine baldige Problemlösung appelliert. Für den Fachverbund UBIT liegt das Hauptproblem der IT Bildung schon am Beginn der Schulausbildung - in der Volksschule.
Trotz rund 800 freien IT-Stellen können Unternehmen zwecks Fachkräftemangels ihre IT-Positionen nur noch durchschnittlich zu 75 Prozent besetzen. In einem jährlichen Wertschöpfungsverlust von 140 Millionen Euro - allein für Kärnten - 174.000 Euro pro nicht besetzter Stelle, ist der wirtschaftliche Rückschlag deutlich spürbar. Denn ohne entsprechenden IT-Experten ist ein Standort auf lange Sicht nicht mehr international wettbewerbsfähig.
„Wir müssen die Drop-out-Quoten an Österreichs Hochschulen im Bereich Informatik senken, denn diese sind erschreckend hoch! 40 Prozent der Studierenden brechen das IKT Bachelorstudium ab und gehen damit der Branche verloren“,
mahnt Martin Zanolla, Obmann der Wirtschaftskammer Sparte Information und Consulting.
Um die Abbruch-Quote zu senken muss die gesamte Ausbildung umgestaltet werden. Eine Senkung von zehn Prozent österreichweit 1000 weniger Studienabbrecher bedeuten.
Wie sieht es an Kärntens Universitäten aus?
An der Universität Klagenfurt konnten im Wintersemester 21/22 - 861 IKT-Studienplätze verzeichnet werden. Im Zeitraum 2015-2020 haben jedoch nur 145 Master in der IKT die Universität verlassen - das sind durchschnittlich 30 Absolventen pro Jahr!
Im gleichen Zeitraum schafften 49 Studierende an der Fachhochschule Kärnten ihren Masterabschluss - im Durchschnitt 10 Absolventen pro Jahr
„An diesen Zahlen wird die Lücke deutlich. Es müssen mehr junge Menschen und vor allem auch Mädchen für den IKT Bereich begeistert werden“
, fordert Zandonella.
Um einen rascheren Einstieg in die IT zu gewähren, wären andere Einstiegsmöglichkeiten, wie zum Beispiel eine IT Lehre oder die Duale Akademie für Maturanten und Studienabbrecher durchaus eine Option. Bei der Dualen Akademie - einem Traineeprogramm kann eine Ausbildung in IT-Systemtechnik oder Applikationsentwicklung/Coding absolviert werden.
„Für Betriebe und junge Menschen ist das einen neue attraktive Form einer praxisorientierten Ausbildung für spannende neue Berufswege, um in der IT Branche Fuß zu fassen - ein Gewinn für beide Seiten,
so Marc Gfrerer, IT-Berufsgruppensprecher der WK Fachgruppe UBIT.
„Vielseitige Karrieremöglichkeiten inklusive Jobgarantie sind der Breiten Masse bis dato nicht bekannt. Um in Zukunft einem Fachkräftemangel schon von klein auf entgegenzuwirken, sollte mit einer informatischen Grundausbildung bereits ab der Volksschule gestartet werden und mit einer Reform der Berufsberatung in der Sekundarstufe. Wir setzen schon aktiv Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel, aber auch die Politik muss etwas tun“, unterstreicht Gfrerer.
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