Um seine Spielsucht zu finanzieren, brachte ein 60-Jähriger 225 Illegale nach Österreich. Im Herbst letzten Jahres flog er schließlich im Nordburgenland auf. Das Urteil in Eisenstadt: Drei Jahre Haft.
Der 60-Jährige wurde in der Türkei geboren, ist österreichischer Staatsbürger und spricht nicht einmal gebrochen Deutsch. Ein Übersetzer muss zurate gezogen werden. Dass der hauptberufliche Taxilenker laut Staatsanwalt von Mai bis November des Vorjahres 152 Schlepperfahrten mit jeweils mindestens drei Illegalen an Bord durchgeführt haben soll, sei laut dem Angeklagten auf seine ausgeprägte Spielsucht zurückzuführen.
Hohe Schulden
„Ich brauchte das Geld, um meine Schulden zurückzuzahlen.“ Weil er nach den Fahrten – für jede will er 400 Euro kassiert haben – weiter würfelte, beläuft sich sein Minus bei Bekannten immer noch auf 40.000 Euro.
Aufgeflogen war der Mann am 23. November, als er mit sechs Türken im Wagen auf dem Weg von Mattersburg nach Wien von der Polizei angehalten wurde. Nach einer Untersuchung des Handys konnte die umtriebige Schlepperei via Google Maps nachvollzogen werden.
„Aus der Not heraus“
„Mein Mandant war in dieser Organisation das letzte Glied“, sagt der Anwalt. „Er hatte das höchste Risiko und bekam das wenigste Geld.“ Außerdem habe er „aus der Not heraus erst im späten Alter damit begonnen“.
30.000 Euro
Der Taxler zeigt Reue: „Es tut mir leid. Ich wusste nicht, dass das so eine schwere Straftat ist.“ Er bekennt sich schuldig, mit 75 Fahrten 225 Illegale ins Land gebracht und sich dadurch um 30.000 Euro bereichert zu haben. Das Urteil des Schöffengerichts: drei Jahre Haft, nicht rechtskräftig.
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