Dumpingpreise

Barbershops werden für Friseure „haarig“

Oberösterreich
02.03.2023 11:20

Fehlende Mitarbeiter und weniger Kunden - die „Schattenkonkurrenz“ sorgt bei den heimischen Friseuren mit ihren Dumpingpreisen immer öfter für viel Ärger. Nun werden die Kontrollen verschärft.

Sie sind das Haar in der Suppe der heimischen Friseure: Die Rede ist von den Barbershops, die in den vergangenen fünf Jahren fast schon wie die sprichwörtlichen Schwammerln aus der Erde schossen. In Oberösterreich gibt es 1567 Friseure mit 4612 Mitarbeitern – und 119 Barbershops, die sich ausschließlich mit der Verschönerung des „starken“ Geschlechts beschäftigen.

Schlupflöcher
Die meisten dieser Herrenfriseure sind migrantischen Ursprungs, viele beschäftigen einen selbstständigen Geschäftsführer, um so die Hürden der Meisterprüfung umschiffen zu können. Denn der Zugang ist genau geregelt. „Die Gewerbebehörde bittet die Friseurinnung häufig um Stellungnahmen“, sagt Sabine Tobisch, Geschäftsführerin der „Haarschneider“ bei der WKOÖ. Tatsächlich fliegen die Scheren mittlerweile tief: Es gibt deutlich mehr negative als positive Stellungnahmen. Besonders übel stößt der Branche auf, dass viele Barber mit Dumpingpreisen von 13 Euro für den Erwachsenenschnitt als „Schattenkonkurrenz“ dem heimischen Geschäftsmodell schaden.

Aber auch noble Barber wie der Kremsmünsterer Andreas Lehner haben mit den Billiganbietern wenig Freude: „Das schadet unserem Beruf.“ Er selbst verlangt für eine halbe Stunde Schnitt 43 Euro. Wird der Bart mitgepflegt, sind 80 Euro fällig.

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