Mehr als eine Woche konnte Bauhof-Chef Josef M. (54) aus Schalchen (Oberösterreich) nach einer brutalen Begegnung mit einem rabiaten Zeitgenossen nicht arbeiten. Er war Opfer zweier Attacken geworden, nachdem er einen 49-Jährigen aufgefordert hatte, ein geparktes Auto zu entfernen, damit er mit dem Schneepflug vorbeikommt.
Der Zwischenfall hatte sich am 21. Jänner gegen 15 Uhr in der Waldstraße in Schalchen ereignet, wo M. die Fahrbahn vom Schnee befreite. „Ich bin an dem Tag schon seit 4 Uhr früh im Einsatz gewesen. Das Ganze ist eine halbe Stunde vor Dienstschluss passiert – es war die letzte Fahrbahn, die ich räumen wollte“, sagt der Bauhof-Leiter. In der schmalen Straße hatte er schon im Dezember an dem Wagen des Anwohners nicht vorbeigekonnt. „Damals hab’ ich seine Schwiegertochter gebeten, ihm auszurichten, dass er dort nicht parken darf.“
Genutzt hatte es offenbar nichts
Nur zwei Tage vor dem jüngsten Vorfall konnte einer seiner Räumdienst-Kollegen dort wieder nicht passieren. „Ihm blieb nichts anderes übrig, als im Retourgang 300 Meter zurückzuschieben – im Schnee ist das kein Spaß“, betont der 54-Jährige. Zu seinem Ärger blockierte der weiße Transporter dann am Samstag wieder die Straße.
Zwei Faustschläge ins Gesicht
„Ich hab’ kräftig gehupt. Daraufhin ist der Autobesitzer mit einem jüngeren Mann aus dem Haus gekommen.“ M. versuchte dem 49-Jährigen klarzumachen, dass es verboten sei, die Straße missbräuchlich zu einem Privatparkplatz umzufunktionieren „Er hat geschimpft und mir dann plötzlich mit beiden Händen zwei Faustschläge ins Gesicht versetzt - ich hab’ echt Sterne gesehen. Gleich darauf hat er mich ganz zu Boden geprügelt.“ Das 100-Kilo-Opfer sah, dass der Kontrahent auch noch mit Füßen auf ihn losgehen wollte.
Mit Cortison behandelt
„Der Jüngere hat ihn aber zurückgehalten. Ich konnte mich zum Traktor schleppen und in Sicherheit bringen.“ M. alarmierte die Polizei, seine Frau brachte ihn ins Spital, wo eine Jochbeinprellung und ein Tinnitus diagnostiziert wurden. Er musste mit Cortison behandelt werden, hatte tagelang heftige Kopfschmerzen und ein Rauschen im Ohr.
Der Übergriff schockiert ihn
„Ich bin seit 28 Jahren für unsere Gemeinde tätig, war 15 Jahre lang Feuerwehr-Chef und davor auch Vize. Ich hab’ mich immer für die Allgemeinheit eingesetzt. Dass jemand körperlich auf mich losgeht, war das erste Mal – sowas ist schon traurig!“
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