Plus von 15 Prozent
Deutsche Postler streiken wieder für mehr Lohn
Der Tarifstreit bei der Deutschen Post geht in die nächste Runde. Die Gewerkschaft Verdi rief am Donnerstag zu Streiks auf, um den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen. Gefordert werden 15 Prozent mehr Lohn für 160.000 Beschäftigte im Land.
Bereits in der vergangenen Woche hatte es dreitägige Warnstreiks gegeben, an denen sich ungefähr 30.000 Beschäftigte beteiligten. Eine Million Pakete und drei Millionen Briefe blieben dadurch zeitweise liegen. Nun wollen Deutschlands Postangestellte wieder streiken, um den Druck zu erhöhen und das Management zum Einlenken zu bewegen. Die Warnstreiks sind zunächst nur für einen Tag geplant, eine Verlängerung aber nicht ausgeschlossen.
Geld für Investitionen
Konkret fordern die Angestellten 15 Prozent mehr Lohn, der Firma ist das zu viel. Die Deutsche Post verweist unter anderem darauf, dass sie Geld für Investitionen brauche, was die derzeitigen Jobs langfristig absichere. Stiegen die Personalkosten zu stark, könnte das Investitionen ausbremsen und die Zukunft eintrüben. Hinzu kommen höhere Kosten, etwa für Energie. Das Unternehmen sei daher nicht in der Lage, die Reallohnverluste der Beschäftigten auszugleichen. Das haben die Arbeitgeber in der zweiten Tarifverhandlungsrunde laut einer Gewerkschafterin gesagt.
Rekordgewinn erwartet?
Die Gewerkschaft Verdi lässt diese Argumente nicht gelten. Sie hält die Leistungen der Belegschaft in Pandemiezeiten, die hohe Inflation und einen möglichen Rekordgewinn für 2022 entgegen. Im vergangenen Jahr wurden zwar etwas weniger Pakete versandt, dafür mehr Werbesendungen. „Diesen Erfolg verdankt das Unternehmen der Arbeit der Beschäftigten“, sagte die Vizevorsitzende von Verdi, Andrea Kocsis. Es handle sich um eine „Provokation, auf die die Beschäftigten mit ihren Streiks eine unmissverständliche Antwort geben.“
Ein Sprecher der Deutschen Post reagierte hingegen mit Unverständnis auf die erneuten Arbeitsniederlegungen. Die Arbeitgeber hätten bereits angekündigt, zu Beginn der dritten Verhandlungsrunde am 8. Februar ein Angebot vorzulegen. Daher seien die Warnstreiks „unnötig, da sie letztlich nur zu Lasten unserer Kundinnen und Kunden gehen.“







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