14.09.2020 15:35 |

Wegen Sparmaßnahmen

Deutsche Post will montags nicht mehr zustellen

Die Deutsche Post erneuert ihre Dienstverordnung, wodurch private Haushalten künftig nur noch an fünf Tagen pro Woche Post bekommen. Grund dafür seien Einsparmöglichkeiten. Die Gewerkschaft DPV fürchtet um Tausende Arbeitsplätze und erteilte den Überlegungen eine klare Absage. In der Frage um die derzeit laufenden Tarifgespräche halten die Beschäftigten schon seit Tagen Warnstreiks ab.

Für das Unternehmen stelle sich die Frage, „ob wir in Deutschland am Montag eine flächendeckende Briefzustellung brauchen“, sagte Vorstandsmitglied Tobias Meyer gegenüber der „Welt“ am Montag. Zwar sei die Zustellung von Firmenpost auch am Montag sinnvoll, bei privater Post sei dies jedoch fraglich.

Gewerkschaft: „Darf keine Einschränkungen geben“
Die Zustelltage werden in Deutschland von der sogenannten Post-Universaldienstverordnung geregelt, die gerade erneuert wird. Die Kommunikationsgewerkschaft DPV (DPVKOM) kämpft dabei für eine Beibehaltung der Sechs-Tage-Zustellung. „Hier darf es keine Einschränkungen geben“, erklärte DPV-Vorsitzende Christina Dahlhaus. „Die Menschen hierzulande erwarten, dass sie auch montags private Post erhalten.“

Tausende Arbeitsplätze gefährdet
Sollte es im Bereich der Briefzustellung zu Einschränkungen kommen, hätte dies nicht nur eine „Serviceverschlechterung für Millionen Bundesbürger“ zur Folge. Dadurch würden auch mehrere Tausend Arbeitsplätze bei der Deutschen Post gefährdet, nicht nur im Bereich der Zustellung, sondern auch in den Briefzentren. „Das kann und darf nicht sein“, erklärte Dahlhaus. „Wir brauchen bei der Deutschen Post eher mehr als weniger Personal.“

Die Post befindet sich derzeit in Tarifgesprächen für ihre rund 140.000 Beschäftigten. In der vergangenen Woche beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben Tausende Beschäftigte über vier Tage hinweg an Warnstreiks im gesamten Bundesgebiet. Die Gewerkschaft Verdi fordert eine Lohnerhöhung von 5,5 Prozent, was Meyer als „verantwortungslos“ einschätzt.

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