Mit „Kick-off-Meeting“, Gratis-Füßlingen und „PARTYzipation Workshops“ geht ÖVP-Jugendlandesrat Wolfgang Hattmannsdorfer neue Wege. Die aufwendige Suche nach einer neuen Jugendstrategie für Oberösterreich kostet stolze 130.000 Euro.
Vor diesem Tatendrang wird einem schon fast bang: Jugendlandesrat Wolfgang Hattmannsdorfer hat sein Ressort mit der Entwicklung einer Jugendstrategie beauftragt: „Damit werden wir den Jugendlichen nach den zweieinhalb Jahren Pandemie bewusst Perspektiven aufzeigen, die sie in Oberösterreich haben, und darauf hören, was ihnen wichtig ist.“
Interaktives Konzept
Das JugendService des Landes will unter dem Titel „PARTYzipation“ mit einem interaktiven Konzept aus mehreren Modulen erforschen, wie Oberösterreich für junge Menschen ein attraktives Land bleibt und was den Jugendlichen wichtig ist. Die niederschwellige erste Mitmach-Möglichkeit ist das Format „Sock’s ma“: Wer online teilnimmt, bekommt bunte „Happy Socks“. "Neben den digitalen Mitmach-Formaten werden auch Veranstaltungen in den Regionen stattfinden. Außerdem beauftragen wir eine große Jugendstudie“, sagt Hattmannsdorfer, der sich bereits in der Disco Empire in St. Martin mit der Landjugend und im OceanPark in der PlusCity mit zwei Mittelschulklassen traf.
Zwei unterschiedliche Welten
Das sind nicht nur geografisch, sondern auch kulturell zwei Welten. Im Mühlviertel ging’s vor allem um Nachhaltigkeit, in der PlusCity hingegen um Arbeit. Diese beiden Themen gehören zu den vier zentrale Fragen für die Jugendstrategie. Zudem geht es um die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und der Internationalität und Interkulturalität, so der Landesrat, der selbst in Singapur studiert hat. Das IMAS-Institut soll ergänzend eine Studie abliefern. Die „PARTYzipation“ – Wortspiel aus Party und Teilnahme (Engl.) – kostet 130.000 Euro. Das JugendService ist mit 4,7 Millionen € budgetiert.
A wengerl gar z’vü Englisch
Zuerst geht’s um die „Research“, sprich Markt- und Meinungsforschung, später folgen die PARTYzipation Workshops und der „Deep-Dive“. Dabei handelt es sich aber nicht um einen Tieftauchgang, sondern ein Thema wird mit besonderer Detailtiefe betrachtet. Als nächstes gibt es dann das Checkup-Modul.
Dieses Sammelsurium aus Phantasie-Englisch, Consulter-Neusprech und Pseudo-Marketing-Slang findet sich natürlich im „Timetable“ für die oö. Jugendstrategie 2023 bis 2027. Um es mit den Worten von Auftraggeber Hattmannsdorfer zu sagen: „Oberösterreich wird damit sicher der Pacemaker.“
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