200.000 Euro Schaden

„Richter“ und „Anwalt“ brachten Omas um Vermögen

Tirol
20.12.2022 07:13

Gebetsmühlenartig wurde und wird vor ihnen gewarnt: Die Rede ist von skrupellosen Betrügern, die sich am Telefon als Polizisten oder Justizmitarbeiter ausgeben und ihren auserwählten Opfern mit haarsträubenden Lügengeschichten sprichwörtlich das Geld aus der Tasche ziehen wollen. Am Montag fielen gleich zwei Seniorinnen in Innsbruck auf diese Masche herein. Alles in allem konnten die Täter dabei fast 200.000 Euro erbeuten.

Gegen Mittag erhielt eine 88-jährige Innsbruckerin einen Anruf auf ihrem Festnetztelefon, wobei sich der Anrufer als Richter ausgab und mitteilte, dass die Tochter der Seniorin in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt gewesen sei. „Die Frau wurde daraufhin aufgefordert, ihre gesamten Bargeldbestände in der Wohnung abzuzählen und bereitzulegen, da am Nachmittag jemand vorbeikomme und das Geld bei ihr zu Hause abholen würde. Während des Telefonats habe die 88-Jährige mit einer weinenden Frau, die sich als Tochter ausgab, sprechen können“, schildern die Ermittler.

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Etwas später erhielt die 88-Jährige einen Anruf ihrer Tochter, wobei sich herausstellte, dass diese in keinen Unfall verwickelt war.

Die Polizei

Mehr als 50.000 Euro futsch
Die Pensionistin kam in der Folge der Aufforderung des Anrufers nach und übergab am späten Nachmittag einen fünfstelligen Eurobetrag an einen unbekannten Mann, der das Geld vor ihrem Haus abholte. Der Schaden beläuft sich auf mehr als 50.000 Euro. „Etwas später erhielt die 88-Jährige einen Anruf ihrer Tochter, wobei sich herausstellte, dass diese in keinen Unfall verwickelt war. Der Betrug fiel schließlich auf und es wurde Anzeige bei der Polizei erstattet“, sie die Ermittler weiter.

Weit über 100.000 Euro aus Safe geholt
Doch damit nicht genug: Am Nachmittag wurde eine weitere Seniorin in Innsbruck Opfer von skrupellosen Betrügern. Kurz nach 15 Uhr wurde die 77-Jährige von einem vermeintlichen Polizisten angerufen, der ihr vorgaukelte, dass ihre Tochter einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht habe. Anschließend informierte sie ein angeblicher Rechtsanwalt, dass sie eine Kaution bezahlen könne, damit ihre Tochter nicht in Untersuchungshaft müsse.

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Die Frau holte über 100.000 Euro aus ihrem Safe und übergab das Geld in einer Tasche an einen Mann.

Die Ermittler

„Schließlich holte die 77-Jährige einen sechsstelligen Eurobetrag in bar aus ihrem Safe und übergab diesen in einer Tasche in Innsbruck an eine männliche Person“, erklärt die „echte“ Polizei. Nach erfolgter Übergabe wurde die Seniorin aufgefordert, nochmals nach Hause zu fahren, um noch mehr Geld zu besorgen.

„Als sie dem vermeintlichen Beamten sagte, kein Bargeld mehr daheim zu haben, wurde sie angewiesen, sich zum Bezirksgericht zu begeben, um dort noch etwas zu unterzeichnen. Anschließend könne sie dann ihre Tochter abholen“, schildert die Exekutive weiter. Letztlich flog auch dieser Betrug auf. Schaden in diesem Fall: Über 130.000 Euro.

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