Während sich Tierschützer über die stark verbreitete Wolfspopulation in Österreich freuen, fordern Bauernvertreter jene vereinfachte Wolfsbejagung, die kürzlich in der Schweiz gesetzlich durchgesetzt wurde.
„Die Gesetzesänderung in der Schweiz zeigt, dass gewisse Tierschutzorganisationen völlig falsch liegen. Gerade sie haben immer auf den Schweizer Herdenschutz verwiesen – wie gut er doch funktioniert“, wettert Landwirtschaftskammer-Präsident Siegfried Huber.
„Herdenschutz nutzlos“
Der Kärntner Kammerpräsident wird von VP-Landesrat Martin Gruber unterstützt: „Der Beschluss beweist, dass man in Regionen, wo Millionen Euro in Herdenschutzprojekte investiert wurden, dem Wolfsproblem nur mit Bejagung Herr werden kann.“
Der Wolf soll wie in der Schweiz bejagt werden, Herdenschutz ist nutzlos!
Kärntner Bauernvertreter
Jagdgesetz wurde geändert
Seit Anfang Dezember sieht das Schweizer Jagdgesetz nämlich vor, dass die Wolfspopulation jährlich vom 1. September bis 31. Dezember präventiv reguliert werden darf. Der Eingriff dürfe die Population jedoch nicht gefährden.
28 Wölfe wurden heuer in Kärnten genetisch nachgewiesen. 400 Nutztierrisse und 450 nach Wolfsangriffen vermisste Nutztiere sind die Bilanz des heurigen Jahres. Etwa 2/3 von den Rissen sind auf Almen passiert, 1/3 auf Heimweiden im Tal.
Österreich seien bei einer derartigen Gesetzesänderung jedoch die Hände gebunden. „Die Schweiz hat es leicht, ist ja auch kein EU-Mitglied und hat sich nicht an die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie zu halten. Solange sich EU-weit gesetzesmäßig nichts tut, wird auch der Wolf weiter geschützt“, ergänzt Nationalratsabgeordneter Peter Weidinger.
Maßnahmenpaket geschnürt
Auf nationaler Ebene wurde für 2023 dennoch ein Maßnahmenpaket geschnürt. „Es werden mehrere Millionen Euro in Herdenschutz, Hunde und Hirten investiert – aber das ist keine langfristige Lösung, sondern nur der Versuch, die Rissanzahl etwas zu minimieren.“
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