21.03.2005 14:28 |

Schlangen-Esser

Metal Gear Solid 3 ¿ Snake Eater

Das lange Warten, drei Jahre sind seit dem letzten Teil vergangen, hat endlich ein Ende. Snake ist zurück und das wesentlich jünger als je zuvor, denn der dritte Part der Metal Gear Reihe spielt zeitlich vor den ersten beiden Teilen.
Es ist 1964, der kalte Krieg tobt erbittert zwischen den Großmächten und eine neu entwickelte Superwaffe droht zu einer internationalen Katastrophe zu führen. Diese abzuwenden ist die Aufgabe von Snake, der als aller erstes den sowjetischen Raketenforscher Sokolov finden und ihn aus den Fängen der Russen befreien muss.


Nach einem epischen, fantastisch gemachten Intro, findet sich Snake inmitten des tiefsten Dschungels wieder. Die erste Aufgabe besteht darin die Ausrüstung, welche bei der Ladung verloren ging, wieder zu finden.


Wie gewohnt schleicht Snake möglichst lautlos, mit einem ansehnlichen Waffenarsenal bestückt, durch die grüne Hölle, um möglichst unerkannt zu bleiben. Wird er entdeckt, so ist sofort eine riesige Gegnerschar auf seinen Fersen, wodurch meist auch ein neuer Versuch notwendig wird.


Die Gegner können dabei lautlos sowohl mit den bloßen Händen als auch schallgedämpften Waffen beseitigt werden. Damit andere Kollegen nicht Alarm schlagen, ist es ratsam den Körper der ausgeschalteten Person in ein Versteck zu bringen und seine Spuren so zu verwischen. Hat Snake einen Gegner erst mal in seinem berüchtigten Schwitzkasten, gibt es kein Entrinnen. Damit kann er so manch nützliche Information herauspressen.


Am wichtigsten ist es jedoch unerkannt zu bleiben. Eine Anzeige am rechten oberen Bildschirmrand verrät dabei wie gut man sich seiner Umgebung angepasst hat. Je besser man seine Tarnung wählt, im Spielverlauf finden sich neue Tarnanzüge und –farben, umso schwerer tun sich die Gegner Snake im dichten Dschungel aufzuspüren.


Neu im Spiel ist das veränderte Radar, denn nun wird der Sichtkegel der feindlichen Soldaten nicht mehr dargestellt, wodurch anfangs die Orientierung fehlt und des öfteren Snake den Heldentod stirbt. Die gut gemachte Karte hilft hierbei leider auch nicht viel weiter. Nach einer Eingewöhnungsphase und der Tatsache das alte Metal Gear Haudegen die gewohnte Tastenbelegung und Steuerung zur Verfügung haben, stellt dies im weiteren Verlauf kein unlösbares Problem mehr dar. Neulinge werden allerdings anfangs aufgrund der Fülle an Funktionen, alle Pad-Tasten werden ausgenutzt, etwas überfordert sein.


Ebenfalls komplett überarbeitet präsentiert sich das Heilungssystem. Snake verfügt nun über gewisse Selbstheilungskräfte, dass heißt der Energiebalken frischt sich, sofern keine schwereren Verletzungen vorliegen, langsam selbst auf. Mit Medipacks kann dieser Vorgang beschleunigt werden. Allerdings muss Snake, in bester Rambo-Tradition, bei gröberen Treffern selbst Hand anlegen. So gilt es Kugeln heraus zu operieren, Brüche zu schienen oder aber Wunden zu nähen.


Snake ist diesmal auch richtig hungrig und da im Dschungel genug Essbares herum kriecht und läuft, lässt sich relativ einfach etwas mehr oder weniger schmackhaftes finden. Je nachdem ob man an Schlangen, Vögeln oder Fröschen Geschmack findet. Die Nahrungsaufnahme ist nicht unerheblich, da damit Snakes Körperkräfte aufgefrischt werden. Damit ist besseres Tarnen und Zielen erst möglich. Da so ein Dschungel keinen Kühlschrank bietet und es dort auch keine Lebensmittel-Kontrolleure ihren Dienst versehen, kann es schon passieren, dass die erlegten Tiere verfaulen oder eines davon giftig ist.


Snake kämpft sich durch eine hervorragende und auf der PS2 selten gesehene Grafikpracht. Der Dschungel wirkt fast schon lebendig, so bewegen sich Bäume im Wind, die Blätter rascheln, teils regnet es in Strömen, dann müht sich unser Held durch sengende Hitze. Untermalt wird dieses grafische Gesamtkunstwerk, durch einen exzellenten Soundtrack, eine superbe englische Sprachausgabe Deutschen Untertiteln) und authentischen Dschungelgeräuschen. 


Die Story wird wie auch in den Vorgängern durch häufige, ausgiebige, aber hervorragend gemachte Zwischensequenzen weitererzählt. Fans der Metal Gear Reihe wird diese Filmlastigkeit nicht weiter stören, allerdings dürften reine Actionfans mit den häufigen Spielunterbrechungen weniger Freude haben.


Fazit:
Viel wurde spekuliert und lange mussten wir warten. Es hat sich aber mehr als nur gelohnt, denn Metal Gear Solid – Snake Eater  stellt seine Vorgänger locker in den Schatten und ist ein echtes Highlight auf der PS2.  Eine tolle, packende Story, eine opulente Präsentation, eine durchdachte Steuerung, neue interessante Features und natürlich ein gewohnt cooler Snake lassen die wenigen Kritikpunkte, wie den etwas linearen Spielverlauf und die matte KI, fast gänzlich vergessen. In jeder gut sortieren Spielsammlung ist der dritte Metal Gear Solid Teil jedenfalls ein Muss.


System: PS2

Hersteller: Konami

Krone.at-Wertung: 94%
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