Viele Kinder an Bord
400 Migranten auf rostigem Boot vor Kreta gerettet
Bei einer schwierigen Rettungsaktion hat die griechische Küstenwache am Dienstag südlich von Kreta etwa 430 Migranten von einem in Seenot geratenen Fischerboot aufgegriffen. Die Menschen hatten in der Nacht ein Seenotsignal gesendet. Die Bergung dauerte Stunden, weil in der Region starker Wind herrschte und das Boot mit den Migranten an Bord Gefahr lief, zu kentern.
Das havarierte Schiff wurde schließlich unter Aufsicht der Kriegsmarine von zwei Fischerbooten abgeschleppt, die ebenfalls auf den Notruf reagiert hatten. Bilder des Staatsfernsehens zeigten ein rostiges, völlig überfülltes Boot, an dessen Deck sich die Menschen drängten.
Die Migranten wurden in den Hafen von Paleochora im Südwesten von Kreta gebracht. Sie sollen überwiegend aus Pakistan und Syrien stammen, es seien zahlreiche Kinder an Bord gewesen, hieß es.
Schlepper setzen uralte Boote ein
Schleuser setzen immer wieder uralte, kaum seetüchtige Boote ein, um Migranten aus der Türkei und aus Ländern wie Syrien und dem Libanon an Kreta vorbei direkt nach Italien zu bringen. Auf der langen Fahrt kommt es nach Angaben der griechischen Küstenwache häufig zu Maschinenschäden oder anderen Problemen. Wie viele Boote auf diese Weise dieses Jahr gesunken sind, ist unklar.
Schätzungen zufolge liegt die Zahl der ertrunkenen und vermissten Migranten im östlichen Mittelmeer seit Jahresbeginn bei über 300 und hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. 2021 waren laut Statistik des UNO-Flüchtlingshilfswerks insgesamt 115 Menschen ums Leben gekommen oder konnten nicht gefunden werden.
















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