Zentren & Konzepte

Rechnungshof: Kärntner Musikschulen unter der Lupe

Kärnten
28.10.2022 21:45

Der Kärntner Landesrechnungshof ortet noch Aufholbedarf bei den Musikschulen, auch wenn schon einiges getan wurde.

„Werden Musikschulstandorte in Bildungszentren integriert, profitieren die Buben und Mädchen vom erweiterten Unterrichtsangebot“, ist Günther Bauer, Direktor des Landesrechnungshofes, überzeugt. Einen zusätzlichen Vorteil sieht er darin, dass für den Besuch der Musikschule kein Ortswechsel notwendig sei: „Alles kann unter einem Dach stattfinden. Das eignet sich auch für ganztägige Schulformen.“

Zusammenlegung bringt viele Vorteile
Der Landesrechnungshof hat die Kärntner Musikschulen auf Herz und Nieren geprüft und festgestellt, dass mittlerweile die Hälfte der Musikschulen in Bildungszentren integriert sind. Gernot Ogris, Leiter der Musikschulen: „Da hat sich in den letzten 30 Jahren sehr viel getan.“ Die Zusammenlegung habe Vorteile für Schulen, Kindergärten und Musikschüler. Die Aula könne als Konzertsaal genutzt werden für Chor und Orchester. An manchen Standorten gebe es aber noch Aufholbedarf, etwa in Gmünd, wo in der Volksschule Musik unterrichtet wird.

Ogris: „Da stoßen wir an unsere Grenzen, weil auch die Nachmittagsbetreuung die Räume beansprucht.“ Da werde dann der Zeitrahmen zu eng: „Die Jüngsten erst ab 18 Uhr zu unterrichten, ist nicht so gut. Denn die Sprösslinge sind um diese Zeit kaum aufnahmefähig.“

5,10 Euro für Musikschulen

Jeder Kärntner, der Rundfunkgebühr bezahlt, liefert monatlich 5,10 Euro für die Musikschulen ab. So kann das Land die Musikpädagogen bezahlen.

Aufholbedarf bei der Ausstattung
Großen Aufholbedarf sieht der Landesrechnungshof bei der Ausstattung der 70 Musikschulstandorte mit Noten, Instrumenten und anderer Infrastruktur. Diese obliege derzeit den Gemeinden, was dazu führe, dass es große Unterschiede gebe. LRH-Chef Bauer empfiehlt deshalb ein einheitliches Konzept.

Die jährlichen Kosten für die Musikschulen liegen bei 36 Millionen Euro. 4,5 Millionen werden über Schulgelder, 11,5 über die Musikschulabgabe, die über die GIS-Gebühren eingehoben wird, lukriert. 20 Millionen steuert das Land bei.

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