Intime Internet-Chats

Ex-Stadtrat wegen Porno-Erpressung vor Gericht

Oberösterreich
28.10.2022 09:52

Ein ehemaliger SPÖ-Stadtrat aus Oberösterreich muss sich am 2. November vor dem Linzer Landesgericht wegen schwerer Erpressung und dem Besitz von Kinderpornografie verantworten. Er soll sich im Internet als 15-jähriges Mädchen ausgegeben und anschließend Einkaufsgutscheine verlangt haben, um die intimen Chats nicht auffliegen zu lassen.

Insgesamt soll der Beschuldigte im Zeitraum von zwei Jahren 145 Gutscheine mit einem Gesamtwert von fast 15.000 Euro einzulösen versucht haben.

Bis zu zehn Jahre Haft möglich
Im Falle einer Verurteilung drohen dem Ex-Politiker bis zu zehn Jahre Haft. Der Mann soll seinen Opfern Aufnahmen Minderjähriger aus dem Internet geschickt und im Gegenzug ähnliche Bilder verlangt haben, mit denen er die Männer schließlich erpresst habe, so die Anklage. Elf seiner „Opfer“ waren schon namentlich bekannt, als der Fall im Juli ins Licht der Öffentlichkeit rückte, nach einigen weiteren wurde noch gesucht.

Politiker trat zurück
Die Causa war im Juni 2021 ins Rollen gekommen, als ein 55-Jähriger aus dem Bezirk Gmunden mit einer Geldforderung konfrontiert wurde. Kurze Zeit nach Bekanntwerden legte der beschuldigte Ex-Politiker seine politischen Funktionen zurück und trat aus der Partei aus.

Auch Erpressten droht Anklage
Auch die Erpressten haben juristische Konsequenzen zu erwarten: Gegen sie wurden nach Ermittlungen schon Anklagen wegen des Besitzes von Kinderpornografie erhoben.

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