Stefan Steinacher ist mit seinen Team seit Jahrzehnten fixer Bestandteil des Ski-Weltcup-Auftaktes in Sölden. Eine seiner Aufgaben: Die Moderationen während dem Rennen im Zielgelände. Im Gespräch mit der „Krone“ gewährt der Fieberbrunner Einblicke in den Arbeitsalltag und verrät, warum der ÖSV einige negative Briefe erhalten hat. Zudem gibt er sein bisher emotionalstes Erlebnis in Sölden preis. Übrigens: 14.500 Skifans pilgerten am Sonntag zum Rennen nach Sölden - der bisher zweithöchste Wert an einem Renntag!
Stefan Steinacher aus dem Unterland kennt man - zumindest mit seiner Stimme kann so gut wie jeder etwas anfangen. In Sölden ist er samt Team - insgesamt zehn Personen - unter anderem für die Moderationen im Zielgelände zuständig. „Wir produzieren auch mit dem ÖSV die Werbebeiträge, die zum Beispiel auf den Leinwänden zu sehen sind. Und wir moderieren Pressekonferenzen, machen Home- und Hintergrundstorys, um den Zuschauern vor Ort einen informativen Mehrwert sowie Entertainment liefern zu können“, erklärt Steinacher.
„Wir sind eine kleine Familie“
Dafür benötigt er ein ausgezeichnetes Team. „Und das habe ich. Wir sind wie eine kleine Familie, mittlerweile sehr eingespielt. Und auch die etlichen Firmen, mit denen ich kooperiere, sind hervorragend“, betont er.
„ÖSV erhielt einige negative Briefe“
Das erste Mal sei der Tiroler beim Ski-Weltcup-Auftakt in Sölden rund um das Jahr 2000 beruflich im Einsatz gewesen. „Damals hat es bei Sportevents noch keine Musik gegeben, den klassische DJ in Kombination mit der Moderation kannte man nicht. Das durfte ich einführen, im Nachhinein erhielt der ÖSV einige negative Briefe deswegen. Sölden hatte immer schon einen Weitblick und sie haben mir zum Glück die Kreativität, die ich benötigte, zugestanden“, erinnert sich der Tiroler. Heute sei ein Event ohne Musik „nicht mehr akzeptabel“.
An den beiden Renntagen klingle bei Steinacher und seiner Crew der Wecker um 6 Uhr. Nach dem Frühstück hole das Team ein Shuttlefahrer ab. „Das ist seit Jahren der Andi aus dem Ötztal. Mit seinem Dialekt versetzt er uns in gute Laune“, lacht er.
Frauenpower am Samstag - am Sonntag übernehmen die Männer
Um 7.30 Uhr beginne für sie der Arbeitstag am Gletscher. „Wir lassen die Einspielungen, die wir produziert haben, auf den Leinwänden laufen und machen etwa die Drehbuchgestaltung. Karina Toth und Elisabeth Puschan moderieren am Samstag. Der Sonntag gehört uns Männern, also Didi Ziesel und mir. DJ Instyle sorgt stets für die besten Beats und Burnz Neuner ist unser Mann unter anderem für die Videoclips“, erklärt Steinacher. Nach den Rennen gehe es schnurstracks hinunter ins Tal zur Siegerehrung. „Am Ende des Arbeitstages kommen wir auf 18 Stunden“, gibt der Moderator preis.
Am Ende des Arbeitstages kommen wir auf ungefähr 18 Arbeitsstunden.
Moderator Stefan Steinacher
Er fühle sich in Sölden „pudelwohl“, alles sei familiär. „Und was ich selbst bemerke: Geht das Sölden-Wochenende gut über die Bühne, dann steigen auf Anhieb die Anfragen von Touristen, die hierher zum Skifahren kommen möchten. Dieser Weltcup ist somit in meinen Augen viel mehr Wert als so manch anderer, weil es schlichtweg der Start in die Wintersaison ist“, argumentiert Steinacher.
„Jack Falkner berührte mich emotional“
Lässt der Tiroler die vergangenen Jahrzehnte Revue passieren, fällt ihm ein ganz besonders Erlebnis ein, das ihn emotional berührt hat: „Im Herbst 2020 fanden die Rennen wegen Corona unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Danach sperrte der Ort auch wieder komplett zu. Jack Falkner, Chef der Bergbahnen Sölden, ist für mich ein voller Macher. Es beschäftigte mich damals brutal, wie das alles ein Schlag in seine Magengrube war. Das hat man ihm regelrecht angemerkt. Und ich dachte mir: Wenn ein so souveräner Mensch wie Jack Falkner das alles nicht mehr überspielen kann, dann heißt das etwas.“
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.