Es ist eine beliebte Art, aus alt neu zu machen: Anstrich mit anderer Farbe. Vielleicht sogar glänzend. Aus schwarz mach türkis - das war so einer. Dort ist der Lack ab, was darunter hervorkam bzw. noch hervorkommen könnte, findet man normalerweise nur in Bananenrepubliken. Viel Neues hat auch der künftige Landeshauptmann Anton Mattle versprochen, zumindest wurde er im Vorwahlkampf als „Der Neue“ plakatiert. Nun: Was man von den neuen Regierungsmitgliedern erwarten kann, das zu beurteilen ist noch zu früh. Da gehen aber jetzt schon die Meinungen diametral auseinander. Vielleicht auch deshalb, weil allein die Zusammenstellung - zumindest der ÖVP-Mitglieder - Marke ÖVP-uralt ist.
Wahlkreise entscheidend
Man braucht eigentlich nur eine Art Schablone darüberzulegen, um zu erkennen, dass dies nach dem stets gleichen Schema erfolgt: Männlein und Weiblein sowie Bünde und Regionen befrieden. Ergebnis: Aus dem größten Wahlkreis (Innsbruck Land, 192.000 Stimmberechtigte) kommen eine Frau (Cornelia Hagele, Wirtschaftsbund) und ein Mann (Josef Geisler, Bauernbund). Aus Innsbruck (81.000 Stimmen) ein Mann (Mario Gerber, WB). Da braucht es als Gegengewicht auf Biegen und Brechen im Unterland (121.000 Stimmen) eine Frau. Gefunden in Astrid Mair (wird dem AAB zugerechnet). Komplettiert wird das fünfköpfige ÖVP-Team von Mattle (Oberland, 100.000 Stimmen). Wie viel ÖVP-neu in dieser Kandidatenfindung steckt, darf jeder für sich beantworten.
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