Es war eine Bombe, die am Dienstag Vormittag platzte. Zwar hatten sich zuletzt Gerüchte verdichtet, dass Thomas Schmid, der Ex-Generalsekretär im schwarz/türkisen Finanzministerium, bekanntermaßen die zentrale Figur in den Chat-Affären, den Kronzeugenstatus anstrebe. Doch der Anwalt der Schlüsselfigur in den bekannten und bisher offenbar noch gar nicht so bekannten Affären rund um die Volkspartei hatte heftig dementiert, dass Schmid diesen Status anstrebe. Seit gestern wissen wir: Der Rechtsanwalt handelte offenbar nach bestem Wissen. Weil Schmid seinen Rechtsbeistand heimlich gewechselt hat - und zwar schon im April. Seither hat er bei der WKStA ausgepackt. Diese teilte am Nachmittag mit, Schmid sei an die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft herangetreten, „mit dem Wunsch, zu kooperieren und einen Kronzeugenstatus zu erlangen“. In diesem Zusammenhang haben laut WKStA seit Juni 2022 insgesamt 15 ganztägige Vernehmungen stattgefunden, „anlässlich derer der Beschuldigte umfassend befragt wurde“, wie es in der Amtsmitteilung gespreizt lautet. Und so existieren nun neben den gesicherten 300.000 Chats auch Protokolle über viele Stunden Vernehmungen. Womit bei so manchem nun das große Zittern beginnt. Vor allem bei einem…
Die Protokolle. Wenn ein Mensch in der Lage ist, 300.000 Chats zu verfassen, dann schafft er es auch, in so vielen Vernehmungen viel auszusagen. Und die ersten bekannt gewordenen Protokolle müssen vor allem auch Alt-Kanzler Sebastian Kurz zittern lassen. Denn Schmid sagte vor allem einen Satz, der fatal für den ehemaligen Bundeskanzler sein könnte: „Ich habe die ÖVP und Kurz aus dem Finanzministerium heraus gefördert, die Ressourcen des Finanzministeriums genutzt, um das Fortkommen der ÖVP unter Kurz zu unterstützen.“ Wobei Schmid nicht nur Kurz mehrfach belastet, in seiner Liste kommen auch manche andere ÖVP-Granden und Männer aus der Wirtschaft gar nicht gut weg. Die Protokolle - sie werden die Republik länger beschäftigen.
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